Optische Materialien Delo im Kooperationsfieber

Optisches Material von Delo, gedruckt mit Xaars Hochviskositäts-TF-Technologie bei 43 °C (ca. 65 mPa·s) und mit 6 kHz im Standard-Druckbetrieb in drei Zyklen in sieben Tropfengrößen von 12 pl bis 84 pl 
Optisches Material von Delo, gedruckt mit Xaars Hochviskositäts-TF-Technologie bei 43 °C (ca. 65 mPa·s) und mit 6 kHz im Standard-Druckbetrieb in drei Zyklen in sieben Tropfengrößen von 12 pl bis 84 pl 

Innerhalb einer Kooperation haben Delo und Xaar es ermöglicht, optische Materialien mit digital kontrollierter Präzision zu inkjetten.

Die meisten Tintenstrahl-Druckköpfe können Materialien mit Viskositäten von 10 bis 25 mPa·s jetten. Mithilfe der sogenannten TF-Technologie (Tintendruckfarben-Kreislaufführung) von Xaar lassen sich nun optische Materialien per Inkjet drucken, die deutlich höhere Viskositäten aufweisen. So wird das Delo-Material mit einer Viskosität von 250 mPa·s bei Raumtemperatur auf 43 °C erwärmt, wodurch die Viskosität auf 63,5 mPa·s sinkt und sich mit den Druckköpfen von Xaar effektiv drucken lässt.

Die Fähigkeit, Flüssigkeiten mit Viskositäten von mehr als 25 mPa·s zu drucken, bietet vor allem den Herstellern optischer Elemente in der Unterhaltungselektronik und im Automobilbereich eine Alternative zur überwiegend verwendeten Imprint-Lithographie, etwa für die Herstellung wie Mikrolinsen. Zudem könnte die Inkjet-Technologie auch den Spin-Coating-Prozess ersetzen, was den Materialverbrauch um bis zu 80 Prozent reduziert. Nutzen lässt sich die Inkjet-Technologie von Xaar etwa, um dünne (Schutz-)Schichten herzustellen, Verzerrungen zu korrigieren oder lichtblockierende Strukturen zu drucken. Die Inkjet-Fähigkeit erweist sich auch beim 3D-Druck als wertvoll und ermöglicht das Herstellen einzelner (Mikro-)Linsen und ganzer Mikrolinsen-Arrays. 

Optische Materialien auf Basis von UV-härtenden Polymeren anstelle von Glas oder spritzgegossener Kunststoffe haben sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt. Sie werden als Linsen für Anwendungen wie Blitzlichter, Time-of-Flight-Sensoren oder diffraktive optische Elemente (DOEs) für strukturierte Lichtemitter und Miniaturkameras eingesetzt.

Weitere Kooperation treibt die Einführung von Wafer-Level-Optiken voran

Erst vor kurzem hat Delo eine weitere Kooperation bekanntgegeben: Der Hersteller industrieller Spezialklebstoffe arbeitet zukünftig mit EV Group zusammen, um neue Materialien für optische Sensoren zu entwickeln und Wafer-Level-Optiken im Massenmarkt schnell einzuführen. Dazu zählen etwa biometrische Authentifizierung und Gesichtserkennung für die Industrie-, Automobil- und Unterhaltungselektronik. Dabei kommen EVGs Equipment- und Prozesslösungen für das Linsenprägen und die Nanopräge-Lithographie (NIL) sowie Klebstoffe und Resist-Materialien von Delo zum Einsatz. Die Partnerschaft, deren Aktivitäten im Rahmen des NILPhotonics Competence Centers am Hauptsitz von EVG in St. Florian sowie am Delo-Hauptsitz in Windach stattfinden, soll zu verbesserten und beschleunigten Materialentwicklungszyklen beitragen. 

 »Das NILPhotonics Competence Center adressiert in einzigartiger Weise die Anforderungen der Industrie, neue Wege zur Produktentwicklung zu finden, eine schnelle Markteinführung zu ermöglichen und den Schutz vertraulicher Informationen zu berücksichtigen«, sagt Markus Wimplinger, Corporate Technology Development und IP Director bei EV Group. »Durch Partnerschaften mit wichtigen Akteuren der Lieferkette, wie Delo, können wir noch effizienter als zentraler Anlaufpunkt agieren, um in enger Zusammenarbeit mit Prozess- und Anlagenexperten maßgebliche Fertigungsschritte für neue Produktionslinien zu entwickeln.« 

»EVG und DELO sind als Technologie- und Marktführer für WLO- und NIL-Anlagen bzw. optische Materialien bekannt und haben sich bei der Einführung dieser Technologien und Prozesse in die Großserienproduktion bereits einen Namen gemacht", sagt Robert Saller, Geschäftsführer von DELO. „Gemeinsam können wir unser Know-how in der Anwendung der Wafer-Level-Prozesstechnologie für die Fertigung optischer und photonischer Komponenten einbringen, was EVG zu einem idealen Partner bei der Entwicklung unserer neuesten Produkte macht. Durch die Zusammenarbeit können wir wiederum noch stärker als Anwendungsexperte und Premium-Partner bei unseren Kunden auftreten.«