LOPEC vom 19. bis 21. März in München Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Industrie

Dünn, flexibel, leicht, hoch automatisiert herstellbar und maximal individualisierbar: Gedruckte Elektronik empfiehlt sich durch ihre speziellen Eigenschaften für immer neue Anwendungsbereiche.

Ob Sensoren, Leuchten oder Displays in Fahrzeugen, in Smart Clothes integrierte Sensoren zur Überwachung von Vitalwerten oder Smart Packaging, das dazu beiträgt, dass Patienten ihre Medikamente korrekt einnehmen – die Zahl praktischer Anwendungen der gedruckten und organischen Elektronik wächst.

Geringes Gewicht, flexibel und damit maximal individualisierbar, hochautomatisiert herstellbar und immer robuster – bekannt waren die Vorteile gedruckter Elektronik schon seit fast zwei Jahrzehnten, doch erst seit einigen Jahren beginnen sich immer mehr Anwenderbranchen für den industriellen Einsatz der einstigen Nischentechnologie zu interessieren. Als internationaler Leitmesse und Kongress für gedruckte Elektronik kommt der LOPEC in diesem Prozess seit Jahren eine entscheidende Rolle beim Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Industrie zu. Allein im letzten Jahr besuchten rund 2500 Teilnehmer die internationale Fachmesse mit ihren 153 Ausstellern. Auch in diesem Jahr informiert die LOPEC vom 19. bis 21. März wieder auf dem Gelände der Messe München über die neuesten Entwicklungen und Trends im Bereich der gedruckten und organischen Elektronik.

In diesem Jahr stehen besonders die Anwendungsbereiche smarte Kleidung, Automotive, Medizin/Diagnostik, Automotive, Smart Packaging und Luftfahrt im Fokus. Ob Sensoren für das autonome Fahren oder Leuchtdioden in smarter Kleidung: Viele Branchen setzen im Innovationsprozess auf leichte und flexible Elektronikbauteile aus dem Drucker. »Die gedruckte Elektronik hat sich zu einer Querschnitts- und Schlüsseltechnologie entwickelt«, betont denn auch Wolfgang Mildner, General Chair der LOPEC und CEO des Beratungs- und Technologieunternehmens MSW. Eine Bandbreite, die sich auch in den rund 200 Beiträgen des Kongresses widerspiegelt, der am 19. März mit der Business-Conference und den Short Courses startet. Am 20. und 21. März finden dann jeweils die Technical sowie die Scientific Conference statt.

Wenn Winterjacken nicht nur warmhalten, sondern auch heizen, wenn Sportschuhe den Laufstil erfassen und ein T-Shirt die Herzfrequenz überwacht, dann ist meist gedruckte Elektronik im Einsatz. Ob Thermoelemente oder Sensoren: Inzwischen sind die mit Massendruckverfahren hergestellten elektronischen Bauteile so stabil, dass sie Feuchtigkeit und Schweiß, mechanische Belastung, das ständige Dehnen während des Tragens sowie zahlreiche Waschmaschinengänge unbeschadet überstehen. Da High-Tech-Mode nicht nur gut aussehen muss, sondern zugleich bequem sein sollte, sind starre Elektronikbauteile mit aufwändiger Verkabelung und schweren Batterien dort fehl am Platz.

Wie belastbar gedruckte Elektronik inzwischen geworden ist, zeigt auch die Entwicklung des Ausstellers Quad aus Belgien. Zusammen mit dem niederländischen Startup ATO-Gear hat das Unternehmen eine mit Elektronik bedruckte Einlegesohle für Laufschuhe entwickelt. Acht Drucksensoren erfassen das biomechanische Bewegungsmuster des Fußes vom Aufsetzen bis zum Abrollen. Via Bluetooth werden diese Daten dann an das Smartphone des Läufers übertragen. Damit erhält der Sportler ein Echtzeit-Feedback und hat die Möglichkeit, seinen Laufstil direkt zu verbessern. Innovativen Ideen sind fast keine Grenzen gesetzt. Im Rahmen des EU-Projekts Worth werden zu diesem Zweck von Korina Molla vom spanischen Textilforschungsinstitut AITEX Designer, Startups, Technologieunternehmen und mittelständische Hersteller aus der Fashion- und Lifestyle-Szene zusammengebracht. Bis 2021 sollen auf diese Weise insgesamt 150 kreative Projekte gefördert werden.