VDMA warnt vor den Folgen Brexit schwächt den Industriestandort Europa

Die Maschinenbauer in Deutschland befürchten negative Folgen aus einem möglichen EU-Austritt Großbritanniens. Der VDMA warnt davor, dass ein Brexit das Investitionsklima in Europa weiter verschlechtern würde.

Sollte das Land am 23. Juni für einen Austritt aus der EU stimmen, würde zudem der Handel nach Großbritannien für den Maschinenbau spürbar erschwert.

Im ersten Quartal dieses Jahres sind die Maschinenexporte aus Deutschland in das Vereinigte Königreich bereits um 4 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Mit einem Exportvolumen von 7,2 Milliarden Euro pro Jahr (2015) ist Großbritannien der viertwichtigste Auslandsmarkt für den Maschinenbau.

„Ein EU-Austritt Großbritanniens wäre ein Rückschlag für den Industriestandort Europa. Einem Brexit würde eine lange Phase der Unsicherheit folgen. Das wäre Gift ist für das ohnehin schon getrübte Investitionsklima in der EU. Europa muss dann sehr schnell deutlich machen, dass ein Austritt Großbritanniens nicht zwangsläufig das Ende der EU bedeutet“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. „Für den Maschinenbau gehört Großbritannien zu den Kernmärkten. Ein EU-Austritt wäre daher ein großer Verlust für diese Industrie. Es ist absehbar, dass ein Brexit den bilateralen Handel mit Großbritannien deutlich erschweren würde.“

Der deutsche Maschinenbau ist in besonderem Maße auf Exporte angewiesen und erzielt 77 Prozent seiner Umsätze im Ausland (2015). Großbritannien liegt im Ranking der wichtigsten Exportmärkte hinter den USA (16,8 Milliarden Euro), China (16 Milliarden Euro) und Frankreich (9,8 Milliarden Euro) und noch vor Italien (6,5 Milliarden Euro) und den Niederlanden (6,1 Milliarden Euro). Gleichzeitig war Deutschland 2015 wichtigster Maschinenlieferant für Großbritannien vor den USA und deutlich vor China.