Bavarian Cluster für additive Fertigung Booster für den industriellen 3D-Druck

Die Gründer des Bavarian Cluster Additive Fertigung (von links nach rechts): Dr. Sven Hicken (Business Unit Head, Oerlikon AM), Prof. Dr. Thomas Hofmann (Präsident, TUM), Jason Oliver (Präsident und CEO, GE Additive), Dr. Wolfgang Dierker (CEO,GE Deutschland), Dr. Christoph Laumen (Executive Director R&D, Linde), Prof. Dr. Michael Süß (Präsident des Verwaltungsrats, Oerlikon-Konzern), Dr. Christian Haecker (Head of Industrialization, Oerlikon AM), Dr. Andreas Lessmann (Managing Director, GE Additive Germany, Senior Leader, Legal Operations), Dr. Christian Bruch (Executive Vice President & CEO, Linde Engineering), Andreas Rohregger (Head of Global Properties, GE Additive), Dr. Alice Beck (Stellvertretende Leiterin, TUM ForTe)
Die Gründer des Bavarian Cluster Additive Fertigung (von links nach rechts): Dr. Sven Hicken (Business Unit Head, Oerlikon AM), Prof. Dr. Thomas Hofmann (Präsident, TUM), Jason Oliver (Präsident und CEO, GE Additive), Dr. Wolfgang Dierker (CEO,GE Deutschland), Dr. Christoph Laumen (Executive Director R&D, Linde), Prof. Dr. Michael Süß (Präsident des Verwaltungsrats, Oerlikon-Konzern), Dr. Christian Haecker (Head of Industrialization, Oerlikon AM), Dr. Andreas Lessmann (Managing Director, GE Additive Germany, Senior Leader, Legal Operations), Dr. Christian Bruch (Executive Vice President & CEO, Linde Engineering), Andreas Rohregger (Head of Global Properties, GE Additive), Dr. Alice Beck (Stellvertretende Leiterin, TUM ForTe)

Die Technische Universität München (TUM), Oerlikon, GE Additive und Linde sind frisch gebackene Partner im Bavarian Cluster Additive Fertigung, das sie am 9. Oktober gegründet haben.

Damit setzt die TUM den ersten Meilenstein ihrer Zukunftsstrategie der aktuellen Exzellenzinitiative, TUM Agenda 2030, um. Mit der Handlungsagenda TUM.Additive bündelt die Universität ihre Kompetenzen von über 30 Professuren in Forschung, Innovation und Lehre in einem interdisziplinären Ansatz zur Materialforschung von Feststoffen, Fluiden und Biomaterialien bis hin zu ihrer Anwendung in Maschinenbau, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Bau, Medizintechnik und im Lebensmittelbereich.

Zudem gehören dem Cluster Regulierungsbehörden an, die den Einsatz dieser Technologie in den einzelnen Branchen überwachen und regulieren. Das Cluster soll künftig weiteren Teilnehmern offenstehen. Die Initiative will den breiten Einsatz der additiven Fertigung in verschiedenen Branchen durch integrierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte an einem Standort vorantreiben.

Neues Institut für additive Fertigung

Als eine der ersten Initiativen des AM-Clusters bauen Oerlikon und die TUM ein neues Forschungsinstitut auf. Das Institut für Additive Fertigung wird sich auf die interdisziplinäre Forschung in den Bereichen Metallpulver, optimierte AM-Produktion und ganzheitliche Prozessintegration einschließlich Automatisierung und AM-Digitalisierung konzentrieren. Ingenieure und Wissenschaftler von Oerlikon werden hier eng mit Forschern und Studierenden verschiedener Fakultäten der TUM – hauptsächlich Maschinenbau, aber auch Chemieingenieurwesen, Physik und Informatik – zusammenarbeiten, um alle Aspekte der AM-Forschung und -Produktion zu untersuchen. Dazu gehören auch die Verifizierung und Qualifizierung von Produkten und die Entwicklung neuer AM-Geschäftsmodelle.
Die Kooperation soll dazu beitragen, die additive Fertigung in den Fertigungsprozess zu integrieren, und es den Unternehmen ermöglichen, diese Technologie in ihrer Produktion einzusetzen. »Durch Bündelung aller Akteure in einem einzigen Hub treiben wir die Entwicklung und Anwendung der Technologie für verschiedene Branchen voran«, erklärt Prof. Dr. Michael Süß, Präsident des Verwaltungsrats des Oerlikon-Konzerns. »Bayern ist der perfekte Standort für diese Initiative, da hier Energie- und Produktionseffizienz gefördert und damit die deutschen Nachhaltigkeitsziele und der Wunsch des Landes nach Einbindung neuer Technologien unterstützt werden.«
Durch Einsatz neuer Rohstoffe, innovativer Materialien und intelligenter Kombinationen lassen sich durch neue Verfahrenstechnologien auf Basis digitaler 3D-Konstruktionen verschiedene Bauteile maximal komplexer Geometrien last- und funktionsorientiert gestalten und schichtweise (additiv) aufbauen. Aufgrund von Energie- und Ressourceneinsparung kann die additive Fertigung einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten. Die in hohem Maße digitalisierbaren Prozesse der additiven Fertigung versprechen zudem eine Rückverlagerung von Produktionskapazitäten und damit von hochqualifizierten Arbeitsplätzen nach Deutschland.

Mit der additiven Fertigung lassen sich neue Produkte und Funktionalitäten erstellen, die auf die individuellen Bedürfnisse von Nutzern ausgerichtet sind. »Das ist ganz im Einklang mit dem Ansatz eines Human-centered Engineering als Leitstrahl der strategischen Entwicklung der TUM. Die additive Fertigung hat das höchste Potenzial, die produzierenden Industriesektoren grundlegend zu revolutionieren«, sagt Thomas F. Hofmann, Präsident der TUM. »Die nachhaltige industrielle Nutzung der additiven Fertigung erfordert die Erforschung und Optimierung der gesamten Prozesskette in den Kernbereichen Materialien und Werkstoffe, Prozesstechnologien und Digitalisierung.«

Erfolgreiche Startups im Bereich additive Fertigung

Durch innovative Angebote soll eine neue Generation an Spezialisten für das Zukunftsfeld des Additive Manufacturing ausgebildet und eine nachhaltige Breitenimplementierung von Technologien der additiven Fertigung im produzierenden Gewerbe erreicht werden. Zahlreiche erfolgreiche Unternehmensausgründungen belegen die Qualität der TUM-Ausbildungsangebote: Voxeljet entwickelt industrielle Drucksysteme für Kunststoff und Sand, Vectoflow fertigt mithilfe von 3D-Druck individuell konzipierte Strömungssonden und Kumovis entwickelt 3D-Drucker, die speziell auf medizintechnische Anforderungen zugeschnitten sind und zum Beispiel Schädelplatten- oder Wirbelsäulenimplantate herstellen können. Durch internationale Kooperationen will die TUM ihren Aktionsradius zum Schwerpunkt additive Fertigung erweitern. So werden neue Impulse durch die Zusammenarbeit mit der Deutsch-Französischen Akademie für die Industrie der Zukunft, dem TUM-Flagschiffpartner Imperial College London und dem Skolkovo Institute of Science and Technology (Moskau) erwartet.