3D-Drucker Bald ein alltägliches Produkt zu erschwinglichen Preisen?

Remco Tolsma, RS

»In den nächsten Jahren 
werden sehr gute Geräte 
erschwinglicher werden.«
Remco Tolsma, RS: »In den nächsten Jahren werden sehr gute Geräte erschwinglicher werden.«

RS Components gehört zu den Anbieter-Pionieren für 3D-Drucker. Das Angebot reicht von Low-Cost bis High-End. Kürzlich präsentierte der Katalogdistributor mit dem IdeaWerk sogar eine Eigenmarke. Die Nutzung eines 3D-Druckers wird laut Remco Tolsma, Country Manager von RS Deutschland, immer selbstverständlicher werden.

Markt&Technik: Wo stößt der 3D-Druck an seine Grenzen?
Remco Tolsma: Die einzige Grenze setzt eigentlich die Phantasie der Nutzer. Wir haben bereits ausgedruckte Lager für Achsen und sogar Schuhe gesehen. Natürlich setzen die Materialien Grenzen. Derzeit steht Kunststoff im Mittelpunkt. Doch es gibt schon Konzepte, die Metalle verwenden sollen oder sogar elektrisch leitfähige Verbindungen möglich machen.

In welchen Preissegmenten bewegen sich die Drucker, die Ihre Kunden bei RS Components bestellen können?
Die Spannweite reicht bei uns vom Bausatz für wenige hundert Euro aus dem Hause RepRapPro bis zu Profi-Geräten wie dem RS IdeaWerk, Ultimaker 2 und der MakerBot Z18 und Druckern aus dem Hause 3D Systems. Als Spitzengerät liegt der Perfactory Micro XL von envisonTEC bei knapp 13.000 Euro. 

Welche Entwicklung sehen Sie bei den Preisen?
In den nächsten Jahren werden sehr gute Geräte erschwinglicher werden. Wir sehen diese Entwicklung jetzt schon. Das ist ein ganz klassischer Prozess bei der Verbreitung neuer Technologien.

Sehen Sie den 3D-Drucker in absehbarer Zeit auf dem Weg zum C-Teil?
Als ein wirkliches C-Teil würde ich einen 3D-Drucker heute noch nicht sehen. Aber vielleicht sind 3D-Drucker in wenigen Jahren ein ganz alltägliches Produkt. Denkt man an die Mobiltelefonie, war es doch ganz ähnlich. Anfangs hätte niemand gedacht, dass wir internetfähige Telefone heute wie selbstverständlich mit uns herumtragen.

Ist der Vertrieb von 3D-Druckern beratungsintensiv?
Unsere Stärke liegt in der Beratung, egal ob sie persönlich, am Telefon oder im Chat erfolgt. Der persönliche Kontakt macht den Unterschied. Gerade bei neuen Technologien ist Beratung oft auch in Zusammenarbeit mit Herstellern sehr wichtig. Insofern handelt es sich bei 3D-Druckern um Produkte, die sehr gut unserem Geschäftsmodell entsprechen. In Zukunft wird die Nutzung immer selbstverständlicher sein, und der Beratungsbedarf nimmt sicher etwas ab.

Die Fragen stellte Karin Zühlke