»Golden Deal« hält den Erwartungen stand Auch unter dem Dach der ASMPT bleibt Siplace eine selbstbewusste Konzerntochter

Günter Lauber, ASM Assembly Systems: »Deutschland ist unser Heimatmarkt und er macht uns aktuell sehr viel Freude. Die deutschen EMS-Unternehmen haben in der hochflexiblen, extrem anspruchsvollen Elektronikfertigung ihre lukrative Nische gefunden.«
Günter Lauber, ASM Assembly Systems: »Deutschland ist unser Heimatmarkt und er macht uns aktuell sehr viel Freude. Die deutschen EMS-Unternehmen haben in der hochflexiblen, extrem anspruchsvollen Elektronikfertigung ihre lukrative Nische gefunden.«

Die von Analysten als »Golden Deal« bezeichnete Übernahme von Siplace, Europas Marktführer für Bestückungsanlagen, durch den asiatischen Konzern ASMPT hält, was sie versprochen hat: Siplace steuerte gleich ein Drittel zum Rekordhalbjahresergebnis des ASM-Konzerns bei. Gewinnen will Günter Lauber, CEO von ASM Assembly Systems, künftig vor allem Marktanteile in Asien. München bleibt aber weiterhin der zentrale Siplace-Standort.

Markt&Technik: Die Erwartungen waren hoch: Wie lautet nun Ihr Fazit nach zehn Monaten ASM Assembly Systems?

Günter Lauber: Wir sind bei der Integration im Plan, verschiedene Integrationsprojekte sind sogar deutlich weiter als gedacht. Externe Analysten haben ASMPT nach der Übernahme des Siplace-Teams ja bereits zum »Golden Deal« gratuliert: Der SMT-Bereich konnte nicht nur über 30% zum Rekordumsatz des ersten Halbjahres 2011 beisteuern, sondern trug vom ersten Tag an positiv zum Unternehmensertrag von ASMPT bei. Der Ausdruck »Golden Deal« trifft aber auch die interne Stimmung sehr gut. Sowohl ASMPT als auch das Siplace-Team sind innovativ, verfügen über herausragende Ingenieure, sind qualitäts- und kundenorientiert. Auf der Basis dieser gemeinsamen Werte ist es uns schnell gelungen, kulturelle Unterschiede zu überbrücken. Aber es liegt natürlich auch noch viel Arbeit vor uns. Wir stehen am Anfang der Integration und beginnen erst, die vorhandenen Synergiepotenziale zu nutzen.

Wie hat sich die Zusammenarbeit eingespielt?

Wie immer bei Akquisitionen, gab es bei den Mitarbeitern auf beiden Seiten zu Beginn auch viele Ängste und eine gehörige Portion Skepsis. Aber das ist überwunden. Die gemeinsamen Projekte - beispielsweise im Bereich Forschung & Entwicklung, beim Sourcing oder im Bereich der Organisation - machen schnelle, konkrete Fortschritte. Beide Teams arbeiten offen miteinander und haben großen Respekt vor den Leistungen und Erfolgen des jeweils anderen Teams - das macht wirklich Spaß.

W.K. Lee, CEO von ASMPT, und Sie haben in unserem letzten Interview vor etwa einem halben Jahr ein ehrgeiziges Ziel formuliert: »Zusammen werden wir die Nummer 1 in der Elektronikfertigung.« Welche Maßnahmen sind inzwischen eingeleitet, um dieses Ziel zu erreichen?

Wir stehen ganz klar auch weiterhin zu den damals genannten Zielen. Das Siplace-Team ist jetzt Teil eines Konzerns, der die Elektronikfertigung als seine Kernbranche sieht, der jahrelange Erfahrung mit der Dynamik dieses Marktes hat und langfristig ehrgeizige Wachstumsziele verfolgt. Mit der Integration des Siplace-Teams ist ASMPT der erste Anbieter, der Kunden von der Wafer-Technologie über Packaging und Backend-Assembly bis zur Bestückung mit einem durchgängigen Produkt- und Leistungsangebot bedienen kann. Viele dieser Bereiche sind marktseitig heute noch getrennt, werden aber künftig technisch zusammenwachsen oder verstärkt aufeinander abgestimmt. Ein gutes Beispiel ist der Wachstumsmarkt LED-Fertigung, wo wir mit gemeinsamen Teams und auf Basis der Siplace-CA-Plattform bereits an neuen Technologien arbeiten.

Ein großes strategisches Plus versprechen wir uns von der guten Vernetzung des ASMPT-Vertriebs mit Unternehmen in Asien und China. Unsere Sales-Teams operieren weiter unabhängig voneinander. Aber schon der Informationsaustausch und die gemeinsame Marke ASMPT bringen uns in Asien große Vorteile. Traditionell hat Siplace bei den großen Key Accounts der Region bereits eine starke Stellung, in Zusammenarbeit mit dem ASMPT-Team werden wir künftig auch verstärkt in der Breite der mittelgroßen Elektronikfertiger vertreten sein.