Schnellservice für Leiterplatten Ätzwerk: Klein, fein und keine Massenabfertigung

Klaus Schindler, Ätzwerk: »Eine Massenabfertigung oder gar einen anonymen Online-Shop wollen wir nicht betreiben.«

Vor gut einem Jahr ging die Ätzwerk GmbH in München an den Start. Mit gutem Service und individueller Kundenbetreuung will der Leiterplatten-Schnellservice den etablierten Mitbewerbern Konkurrenz machen. Bislang sind die Gründer mit dem Geschäftsverlauf sehr zufrieden – Tendenz weiter steigend.

Und das zeigt, dass das Grundkonzept aufgeht, erklärt Klaus Schindler, CAM-Engineer von Ätzwerk und einer der Firmengründer: »Wir schreiben die persönliche Kundenbetreuung groß – auch und ganz besonders, wenn die Anfrage nicht Standard ist«, so Schindler. Auch wenn die Leiterplatte nun mal ein Massenprodukt sei: Eine Massenabfertigung oder gar einen anonymen Online-Shop wolle man keinesfalls betreiben, betont Schindler. Davon, so Schindler, gäbe es schon genug. »Wir wollen uns einen langfristigen Kundenkreis aufbauen, und dafür ist die Voraussetzung, dass der Kunde zufrieden ist. Nur dann kauft er auch wieder.«
Viele Produkte kann der Kunde zwar bereits fix und fertig online auf der Webseite www.aetzwerk.de kalkulieren. Aber es gibt immer wieder auch Fälle, in denen der Kunde die Beratung sucht, beispielsweise bei Blind Vias, Multilayern oder einem anspruchsvollem HDI-Leiterplattendesign. Häufig haben die Kunden auch Fragen zur Nutzensetzung, beispielsweise wenn es um die Abstände beim Fräsen und um Passermarken geht. »Wenn der Kunde bei uns anruft und sein Problem schildert, helfen wir unkompliziert weiter. Das verstehen wir als Service«, so Schindler. Darüber hinaus gibt es auch komplexere Produkte wie Leiterplatten mit Alu-Kern oder Flex-Leiterplatten, die Ätzwerk von vorne herein nicht über den Online-Kalkulator anbietet. Für diese Produkte ist sowieso eine Beratung erforderlich.

Versandfertig sind die Leiterplatten in etwa sieben Arbeitstagen, abhängig von der Anzahl der Lagen und der Stückzahl auch schneller. Ein Expressdienst von ein bis zwei Arbeitstagen ist möglich, kostet allerdings extra. Das Vertriebsgebiet erstreckt sich hauptsächlich über die DACH-Region, grundsätzlich bedient das Unternehmen aber ganz Europa. Auch beim Angebot lassen die Münchner Leiterplattenspezialisten die Kunden nicht lange warten – innerhalb von 60 Minuten bis maximal einen halben Tag hat der Kunde das Angebot auf dem Tisch, wie Schindler bekräftigt. »In jedem Fall gilt: Bevor es zum Auftrag kommt, überprüfen wir außerdem bei jedem Projekt das Layout, um die Fehlerrisiken für den Kunden so gering wie möglich zu halten.«
Versteckte unvorhersehbare Kosten gibt es beim Ätzwerk laut Schindler keine, noch nicht einmal einen Mindestbestellwert. Der Kunde kann ab einem Stück bestellen – nach oben gibt es keine Grenzen. Auch bei der Auswahl des Basismaterials und der Oberflächen ist das Produktspektrum vielfältig: Bei den Oberflächen beispielsweise kann der Kunde wählen zwischen Heißluft verzinnt (HAL), Heißluft verzinnt bleifrei (HAL-LF), Chemisch Nickel-Gold, Chemisch Silber, Galvanisch Nickel-Gold für Steckkontakte, Chemisch Zinn und Organischen Oberflächen (OSP).

Obwohl das Geschäftsmodell des Leiterplattenschnelldienstes nicht neu und das Feld dicht besiedelt ist, hat sich Ätzwerk inzwischen erfolgreich positioniert. Die Klientel reicht vom privaten Bastler über das Ingenieurbüro und Forschungseinrichtungen bis hin zu OEMs und EMS-Firmen.
Auch die Branchen, in denen Ätzwerk vertreten ist, sind vielfältig. Hauptsächlich kommen die Kunden aus der Automobilzulieferindustrie, dem klassischen Industriesegment, der Forschung und der Medizinelektronik. »Wir fertigen nach IPC-Norm bis Klasse 3«, erklärt Schindler. Aber nicht nur kommerzielle Kunden gehören zur Klientel von Ätzwerk, das junge Unternehmen betätigt sich auch als Sponsor für Elektronikprojekte in Schulen und Universitäten.  
Und wie lauten die weiteren Ziele für die kommenden Monate? »Wir wollen unser Spektrum noch weiter ausbauen. Im ersten Schritt haben wir damit begonnen, lasergefertigte Schablonen mit ins Programm aufzunehmen.« Weitere Dienstleistungen sollen folgen, Details will Schindler allerdings noch nicht verraten. Weiter verbessern will Ätzwerk auch die Struktur der Webseite, um den Kunden die Bedienung noch einfacher zu machen. Dabei fließe das Feedback der Kunden unmittelbar ein.