Systemlösungen und EMS aus einer Hand AEM Technologies Holding: Vom Elektronikfertiger zum Komplettanbieter

Der Elektronikfertiger AEM Technologies Holding und der Kartenhersteller CardFactory haben sich zusammengeschlossen. Wie passt CardFactory ins Portfolio? CEO Uli Reutner sieht genau in der Vielfalt das Alleinstellungsmerkmal.

Markt&Technik: Wie wird das neue Unternehmen strukturiert und welche Unternehmen gehören zur AEM Technologies Holding?

Uli Reutner: Unter dem Dach der AEM Technologies Holding sind die Firmen CardFactory mit Sitz in Oldenburg, die AEMtec mit Sitz in Berlin sowie die Schweizer Unternehmen Mikrap, GS Swiss PCB und ECR Swiss EMS. Die Unternehmen sind weiterhin eigenständige Firmen und gehen mit ihren eigenen Strategien an den Markt. Aber auch wenn wir einerseits eigenständig agieren, profitieren wir andererseits von den Synergien untereinander. Außerdem finden regelmäßige Managementmeetings statt, und natürlich sprechen wir ständig miteinander.

Wie sollen die einzelnen Unternehmen der AEM Technologies Holding untereinander profitieren – sprich, wie passt Card- Factory ins Portfolio?

Im Juli 2009 wurden die Geschäftsaktivitäten der schweizerischen AEM Technologies Holding und der zu den größten RFIDKartenherstellern zählenden Card- Factory zusammengelegt. Unter dem Namen »AEM Technologies Holding« entsteht damit ein neuartiger und sehr gut positionierter Anbieter von Smart Cards und den passenden Readern, Leiterplatten und Embedded-Computing-Lösungen mit integrierter Sicherheitselektronik. Das neue Unternehmen versteht sich als »Embedded Solution House«. Wir wenden uns mit diesem innovativen Ansatz an alle Kunden, die im Bereich »Embedded Systems« Sicherheitslösungen aus einer Hand benötigen. Bis jetzt gibt es keinen anderen Anbieter, der wie wir komplexe Steuerungselektronik mit kartenbasierter Sicherheitstechnologie kombinieren kann und zudem langjährige Erfahrung aus dem Bereich der Mikroelektronik bzw. Mikrosystemtechnik mitbringt. Darüber hinaus sind wir in der Lage, unsere Kunden bei allen Schritten der Wertschöpfungskette zu unterstützen oder die jeweiligen Aufgaben komplett für ihn zu übernehmen: von der Idee über die Entwicklung bis hin zur Fertigung.

Warum erfolgte der Zusammenschluss mit der CardFactory gerade mitten in der Rezession?

Wir sehen für die nächste Zukunft einen wachsenden Bedarf an integrierten Sicherheitslösungen in vielen Märkten, in denen die Unternehmen der AEM Technologies Holding bisher bereits tätig waren. Dazu gehören z.B. die Medizintechnik, Automobilindustrie, Automation, Transport und Logistik sowie die Telekommunikation. Der Zusammenschluss ermöglicht uns die Entwicklung sowie Vermarktung neuer Produkte und bringt natürlich auch eine noch bessere geografische Abdeckung mit sich. Die Unternehmensgruppe ist jetzt mit Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie den Niederlanden vertreten. Wir haben die Zeit der Rezession genutzt, um die Unternehmen zusammenzuführen und neue Strukturen zu etablieren, damit wir beim kommenden Wirtschaftsaufschwung ideal positioniert sind.

Stand CardFactory aufgrund schlechter Zahlen zum Verkauf?

Die CardFactory ist ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen. Die Aktien gehören mehrheitlich dem Private-Equity-Fonds Ventizz Capital Fund. Ventizz Capital ist 2006 in das Unternehmen eingestiegen, um ihm weitere Expansion und technologischen Fortschritt zu ermöglichen. Der Private-Equity- Fonds ist für langfristige Wachstumsstrategien seiner Portfoliounternehmen bekannt. So wurde im Januar 2009 die österreichische Visioncard Kunststoffkarten-Produktions GmbH in die CardFactory eingegliedert, und im Jahr 2006 war bereits die PPC Card Systems in die CardFactory integriert worden.