Software für die Elektronikfertigung Aegis übernimmt diplan

Der MES-Hersteller Aegis hat die Übernahme der diplan GmbH in Deutschland und diplan Asia mit Sitz in Shanghai abgeschlossen. Damit ensteht der wohl erste integrierte Software-Anbieter für die Elektronikindustrie, der sowohl den MES-Part abdeckt, als auch die Bereiche Lagerverwaltung und Materialsteuerung.

Die Übernahme ist bereits rechtsgültig, alle Verträge sind unterzeichnet, wie die beiden Unternehmen am 7. November im Rahmen einer Pressekonferenz in München bekannt gaben.

diplan wurde vor 24 Jahren in Deutschland von Dr. Friedrich Nolting und Dr. Karsten Schlüter gegründet und hat eine umfassende Lager-, Materialsteuerungs- sowie Optimierungs- und Terminierungslösung entwickelt, welche die Manufacturing Operations Software (MOS) von Aegis perfekt ergänzt. Die beiden Unternehmen verfügen über eine seltene Kombination von komplementären Technologien, wodurch sich Synergien hinsichtlich Mitarbeiter, Standorte und weltweiter Serviceinfrastruktur ergeben.

Das MES bzw. MOS (Manufacturing Operation System) von Aegis deckte bislang die Bereiche Fertigungssteuerung bis hin zu Rückführbarkeit und Analyse ab. "Wir hatten bislang eine Lücke in der Wertschöpfung, was die Bereiche Lagerverwaltung, Materialsteuerung, Optimierung und Terminierung angeht", so Jason Spera, CEO von Aegis. Genau diese Lücke kann Aegis jetzt mit der diplan Software schließen und eine Gesamtlösung aus einer Hand anbieten. "Durch die zunehmende Globalisierung benötigen unsere Kunden eine Möglichkeit zur Optimierung und Terminierung sowie eine umfassende Materiallogistik.

Hierzu gehört das Management der Materialströme vom Lager, zu den Bereitstellungsbereichen, Kanban, zu Transportwagen bis hin zu den Fertigungslinien und zurück", erklärt Schlüter. Die Terminierung der Fertigungslinien hat Einfluss auf den Materialverbrauch, und auch die Fertigungsprozesse verursachen einen sich ständig verändernden Materialbedarf, der auf Grund der Komplexität nur mittels Software effizient und zuverlässig gesteuert werden kann.

Erklärtes Ziel ist es, so betont Jason Spera, aus den beiden Unternehmen eine Firma aus einem Guss zu machen. Inwieweit die Marke diplan langfristig bestehen bleibt, ist derzeit noch nicht klar. Momentan bleibe die Marke diplan jedenfalls erhalten, betont Dr. Friedrich Nolting. Schließlich sei das Branding sehr etabliert und gut im Markt eingeführt. 

Das diplan Management Schlüter und Nolting wird auch weiterhin im neuen Unternehmen tätig bleiben: Schlüter als Asia Director und Nolting als Europe Director. Als CEO der Gesamtfirma fungiert der Aegis-CEO Jason Spera.

Weltweite Verbreitung

Auch geographisch ist die Übernahme von diplan für Aegis ein geschickter Schachzug und beschleunigt die Verbreitung von Aegis in Europa und Asien, wo das Unternehmen vorher noch nicht so stark aufgestellt war.  Die wichtigen Fertigungsmärkte in Deutschland und China erfordern für ein Software-Unternehmen langfristige Investitionen.

"Der Erfolg in Deutschland setzt eine starke und lokale Präsenz voraus, so dass Gespräche und die Unterstützung der Kunden in der jeweiligen Landessprache erfolgen können. Auch in China ist
für den Vertrieb eine ausreichend starke Organisation mit lokalen Mitarbeitern
unerlässlich", fasst Spera zusammen. 

diplan ist in beiden Märkten stark und gut positioniert, so dass Aegis diese
Regionen sofort abdecken kann.