NPI gilt nicht nur auf Baugruppenebene »80 Prozent der Produktkosten werden in der Entwicklungs- und Konstruktionsphase bestimmt«

»Bei der Realisierung dieses Projektes begleitet uns das Thema »NPI«, nicht nur in der Entwicklung sondern auch in der Produktion und im After Sales Service«, erklärt  Johann Weber, Vorstandsvorsitzender von Zollner Elektronik.

Dass der NPI-Prozess nicht nur bei der Herstellung von Baugruppen eine Rolle spielt, sondern genauso für die Produktion von Modulen, Geräten bis hin zu hoch komplexen Systemen gilt, zeigt Zollner Elektronik am Projekt-Beispiel eines Ticket-Automaten, den der EMS-Dienstleister komplett fertigt.

»Bei der Realisierung dieses Projektes begleitet uns das Thema »NPI«, nicht nur in der Entwicklung sondern auch in der Produktion und im After Sales Service«, erklärt  Johann Weber, Vorstandsvorsitzender von Zollner Elektronik. Dieses von Zollner gefertigte RTA-System (RTA: Regional Ticket Automat) besteht aus 4210 Einzelkomponenten, davon verbaut Zollner 1581 Komponenten automatisch und 2629 in Handmontagen. Bereits in der Entwicklungs- und Konstruktionsphase werden, wie fast bei allen neuen Produkten, 80 Prozent der gesamten Produktkosten durch das Material und die Auswahl der Lieferanten festgelegt. »Genau in dieser Phase ist es wichtig, dass wir pro-aktiv mit dem Kunden zusammenarbeiten und im Sinne des NPI- Prozesses parallel und nicht seriell arbeiten«, betont Weber.

»Entscheidend ist vor allem, dass wir bereits bei der Auswahl und Definition der Komponenten für die Flachbaugruppenbestückung und auch für die mechanischen und elektromechanischen Bauteile den Produktlebenszyklus im Auge haben.« Laut Weber sollten nur Teile in Betracht kommen, die am Beginn ihres Lebenszyklus stehen bzw. maximal die Hälfte des Lebenszyklus erreicht haben. »Oft sind beispielsweise gar keine Second-Source-Lieferanten vorgesehen, obwohl das absolut essenziell ist«, gibt Weber zu bedenken. Wenn das EMS-Unternehmen hier frühzeitig mit eingebunden ist, lassen sich solche Fallstricke von vorne herein vermeiden. »Wir versuchen gemeinsam mit unseren Kunden Teile zu entwickeln, die sich sicher verbauen lassen und ohne zusätzliche Prüfung montiert werden können«, so Weber. Unterstützt wird Zollner dabei von der Planungs-Software der »Digitalen Fabrik«. Dieses System unterstützt das EMS-Unternehmen sowohl bei der Kundentaktberechnung, der Prozessplanung, der Zeitermittlung als auch bei der optimalen Linienaustaktung. Zusätzlich lassen sich die ausgearbeiteten Modelle mittels Simulation dynamisch betrachtet und bewerten. Das System schlägt auf Basis der zugrunde liegenden Daten mehrere Szenarien mit entsprechender Risikobetrachtung vor. Solche Simulationen – von Montagen bis hin zur 3-D-Layoutplanung - erachtet Weber als wichtigen Bestandteil eines zukunftsorientierten NPI-Prozesses.