Schwacher Auftragseingang Zettler: Relais-Allokation ist vorbei

Die Relais-Allokation, mit der die Kunden knapp 2 Jahre konfrontiert waren, ist laut Richard Bayer, Geschäftsführer von Zettler Electronics, »mal wieder vorbei«. Im übrigen »mangelt es seit einigen Wochen an Aufträgen für Relais, der Auftragseingang ist bedenklich schwach im Vergleich mit den Vorjahren«.

Bayer zufolge trifft diese Situation für alle Relaishersteller zu, wobei ein »schwerwiegender Indikator dafür ist, dass auch weniger Anfragen bezüglich Ersatz von Wettbewerbsprodukten reinkommen«. Weil also Aufträge fehlen, seien einige Relaislinien, die während der Allokation die letzten 18 Monate total überbucht waren, »bereits wieder eingemottet«. In der Allokationsphase hätten viele Relaisanwender mehr bestellt, als sie benötigt haben (»das ist in einer Allokationsphase völlig normal«), weshalb nun die Läger der Kunden übervoll seien; diese Bestände würden jetzt abgebaut.

Zwar sei die Allokationsphase jetzt erst einmal vorbei und Prognosen darüber, wie lange dieser Zustand anhalte, seien schwierig, aber dennoch empfiehlt Bayer den Kunden, auf der Hut zu sein: »Meine Empfehlung ist, längerfristig mit seinen Relaislieferanten ein Konzept der Flexibilität aufzubauen.« Dies bedinge auch, dass die Kunden einen »großen Teil des Risikos übernehmen müssen«. Die Relaishersteller als gebrannte Kinder seien schon des »öfteren auf riesigen Materialbeständen sitzengeblieben«. Deshalb könne kein Kunde erwarten, dass die Relaishersteller auch künftig das alleinige Risiko einer weit vorausschauenden Materialdisposition für den Fall der Fälle tragen würden.

Wer in der jetzigen Phase schon eine Risikoteilung mit den Relaisherstellern vereinbare, der habe auch in der nächsten Allokationsphase (»die meines Erachtens bestimmt kommt«) die besten Karten und könne wiederum seine Kunden entsprechend gut versorgen. Im übrigen seien die OEMs gut beraten, sich auch mit den Lieferanten von anderen Komponenten abzusprechen und einen fairen Kompromiss für beide Seiten zu finden. Die Herausforderung der Zukunft, »Ups and Downs jedweden Ausschlags zu meistern, geht nur gemeinsam«, betont Bayer.