Yamaichi steigt in FFC-Produktion ein »Wir haben einen Dinosaurier ausgegraben«

Helge Puhlmann, European President von Yamaichi Electronics
Helge Puhlmann, European President von Yamaichi Electronics

Im Geschäftsjahr 2017/2018 erzielte Yamaichi Electronics in Europa einen Umsatz von 75,1 Millionen Euro. Dass es bis dahin aber ein steiniger Weg war, erläutert Helge Puhlmann, Europa-Chef von Yamaichi im Gespräch mit Markt&Technik.

»Aber es hat sich gelohnt. Wir haben in dieser Zeit tolle Mitarbeiter gefunden, die teilweise seit Jahren bei uns sind. Und Mitarbeiter machen den Unterschied.« Um weiter zu wachsen, baut das Unternehmen den Standort in Frankfurt/Oder aus. In Markendorf soll bis 2020 eine neue Fertigungsstätte entstehen, die als Standort für die Produktion von Flachbandkabeln (FFC, Flexible Flat Cable) dient. Schon seit Jahren entwickelt und fertigt die deutsche Yamaichi-Tochter Steckverbinder für FFC, vor allem für den Bereich Energiemanagement von Batterien in Autos. »Warum also nicht auch die Kabel selbst herstellen?«, fragt sich Helge Puhlmann. »Bei neuen Projekten ist das unsere übliche Vorgehensweise: Man muss den Mut haben, auch neue Herausforderungen anzugehen. Nur da-mit gelingt uns ein Schritt nach vorne.«

Schon im Frühjahr 2018 hat Yamaichi eine knapp 20 Meter lange Fertigungsmaschine geordert, die Massenproduktion der Kabel startet in der ersten Dezemberwoche. Abnehmer der Kabel ist Puhlmann zufolge ein großer deutscher Automobilhersteller. »Mit einer eigenen FFC-Produktion haben wir sozusagen einen Dinosaurier ausgegraben, denn sowas macht in Deutschland sonst kein anderes Unternehmen.«

Auch im Bereich Industrie plant Yamaichi weiter zu wachsen: Mit den „Three Push-Pulls“ will das Unternehmen Massenstecker für die Industrieautomatisierung als Standard durchsetzen. »Das ist natürlich zum Beispiel für den M12-Bereich ein riesiger Sprung: unsere M12-Stecker mit den gleichen Dimensionen des schon existierenden Systems. Der Steckverbinder muss allerdings nicht verschraubt, sondern einfach gesteckt werden.« Aktuell arbeitet das Unternehmen daran, die M12-Push-Pull-Steckverbinder zu standardisieren, die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) wird den Vorschlag in die IEC-Gremien einreichen, deren Feedback noch aussteht. »Wir sind optimistisch, dass es funktioniert.«