Fluorierte Treibhausgase Welches Kühlgerät steht vor dem Aus?

Pfannenberg hat das Portfolio an Prozesskühlungslösungen um die Rückkühlanlagen der Serien EB 2.0 und EB XT erweitert. Die Serie 2.0 mit Kühlleistungen von 3,2 bis 16 kW ist eine Weiterentwicklung der bestehenden 'EB'-Reihe, die Serie 'XT' mit Kühlleistungen von 36 bis 150 kW ist eine komplette Neuentwicklung, die es in neun Gerätevarianten und drei Baugrößen gibt. Der Einsatz von Microchannel-Wärmetauschern als Verflüssiger führt Herstellerangaben zufolge zu einer besonders effizienten, kompakten und korrosionsbeständigen Lösung bei der 'XT'-Serie. Der Verflüssiger benötigt 50 % weniger Einbauraum als vergleichbare Röhren- oder Lamellen-Kondensatoren, er kommt mit etwa der Hälfte an Kühlflüssigkeit aus und ist um circa 60 % leichter. Ein elektronisch gesteuertes Expansionsventil ermöglicht eine präzise Druck-Regelung in den Grenzleistungsbereichen sowie eine höhere Effizienz aufgrund optimierter Verdampfungseigenschaften. Die Nutzung elektronisch kommutierter Motoren (EC-Motoren) und drehzahlgeregelter Lüfter senken den Energieverbrauch der XT-Rückkühlanlagen. Der verwendete Scroll-Verdichter reduziert zudem den Energieverbrauch gegenüber vergleichbaren Kolbenverdichtern und verringert gleichzeitig den Schalldruckpegel. Über eine frontseitige digitale Anzeige lassen sich Temperatur, Druck, Füllstand und Statuswerte überwachen und regeln. Die Ausgabe von Informationen erfolgt über eine Klartextausgabe am Controller. Anwender können Software-Updates via USB oder Internet durchführen. Die Rückkühlanlagen sind in der Lage, über alle gängigen Feldbus-Protokolle zu kommunizieren.

Ab dem 1. Januar 2020 ist der Service an bestehenden Kühlgeräten mit bestimmten – teilweise sehr verbreiteten – Kältemitteln wegen einer EU-Verordnung nur noch stark eingeschränkt möglich.

Eine neue EU-Verordnung legt klare Grenzwerte für den CO2-Ausstoß von Kühlgeräten fest. Wie zukunftsfähig die Kühlgeräte sind, hängt dabei im Wesentlichen vom eingesetzten Kühlmittel ab. Überschreitet ein Kühlgerät Grenzwerte, kann dem Anlagenbetreiber gar der Stillstand drohen: Treten beispielsweise Leckagen auf, muss vorschriftsmäßig auf ein geeignetes Kühlmittel umgerüstet werden. Denn im Service enden zum Jahreswechsel 2019/2020 verschiedene Übergangsfristen. Gleichzeitig bestehen schon heute gesetzliche Vorgaben für regelmäßige Dichtheitsprüfungen, welche die Life-Cycle-Kosten von kältetechnischen Anlagen nach oben treiben.

 

Mit der Thematik der F-Gase setzt sich Pfannenberg, Spezialist für Produktions- und Prozesssicherheit, seit Längerem intensiv auseinander. Alexander Busch, Serviceleiter EMEA von Pfannenberg, erläutert: »Als Hersteller von Klimatisierungslösungen wollen wir mit unserer Kompetenz auf ein Problem hinweisen, von dem insbesondere industrielle Betreiber und auch Maschinenbauer oftmals nichts wissen. Zum Teil wird die Thematik auch ignoriert, weil den Anlagenbetreibern die Konsequenzen nicht zu 100 Prozent klar sind.«

Bei Pfannenberg hat man sich zum Ziel gesetzt, die Thematik stärker in den Vordergrund zu rücken und zu sensibilisieren. Denn Preissteigerungen und Lieferengpässe bei Kältemitteln verschärfen die Situation zusätzlich. So habe sich der Preis beispielsweise für das Kühlmittel R404a mehr als versiebenfacht.

Online-Tool liefert schnelle Ergebnisse

Um die Industrie-Kunden zu unterstützen, hat Pfannenberg ein interaktives Online-Tool entwickelt. Der sogenannte F-Gase-Rechner steht ab sofort auf der Internetpräsenz des Unternehmens kostenlos zur Verfügung. Um schnelle Ergebnisse zu bekommen, muss der Anwender lediglich die erforderlichen Daten in den Rechner eingeben. Relevant sind das verwendete Kältemittel sowie die Füllmenge, die am Typenschild eines jeden Chillers ablesbar sind. Das Online-Programm von Pfannenberg berechnet daraus dann den GWP-Wert (GWP = Global Warming Potential) bzw. das CO2-Äquivalent. Des Weiteren erstellt das Tool ein Diagnose-Protokoll, welches eine klare Handlungsempfehlung enthält. »Wir haben den Rechner so ausgelegt, dass er ein sehr komplexes Themengebiet auf die relevanten Aspekte für den einzelnen Maschinenbauer und Anlagenbetreiber reduziert«, betont Alexander Busch.