Krise vergessen gemacht Wago meldet Umsatzrekord

Am Hauptsitz in Minden beschäftigt Wago derzeit rund 1500 Mitarbeiter. Gesucht werden derzeit allein für den Standort Minden über 150 Fachkräfte.
Am Hauptsitz in Minden beschäftigt Wago derzeit rund 1500 Mitarbeiter. Gesucht werden derzeit allein für den Standort Minden über 150 Fachkräfte.

Mit einem Umsatz von über 500 Mio. Euro hat Wago im Jahr 2010 einem neuen Rekord erreicht. Die halbe Milliarde bedeutet ein Plus von 30 Prozent zum Vorjahr. Der Umsatz 2008 wurde mit 10 Prozent übertroffen!

»An dem Erfolg haben alle Mitarbeiter durch ihren unermüdlichen Einsatz maßgeblichen Anteil«, betont die Unternehmensführung von Wago.

Den Wago-Standort Schweiz traf der Konjunktureinbruch im letzten Quartal 2008 zuerst. Innerhalb von nur vier Wochen brach der Auftragseingang um mehr als 30 Prozent ein. Zeitversetzt wurden die anderen Wago-Gesellschaften mit der Krise konfrontiert. Ende 2008 mussten dann auch in Sondershausen und Minden notwendige Maßnahmen ergriffen werden: Ein generellerer Sparkurs verbunden mit Kurzarbeit. Alle Maßnahmen standen unter der Vorgabe der Geschäftsleitung »mit einem maximalen Personalbestand durch die Krise zu kommen«. Die Analysten prognostizierten damals eine lange Durststrecke. Daher richteten sich die Führungskräfte und jeder einzelne Mitarbeiter entsprechend auf die Situation ein. Aber bereits Mitte 2009 deuteten die ersten Signale einen leichten Aufschwung an. In der Folge entstanden erhebliche Beschaffungsengepässe bei Rohstoffen und elektronischen Bauteilen.

Im September 2009 konnte die Kurzarbeit in der gesamten Wago-Gruppe beendet werden. Auch das zum Jahresende 2009 von der Geschäftsführung erklärte Ziel »mit maximalem Personalbestand durch die Krise zu kommen« ist tatsächlich erreicht worden: Per 31.12.2010 sind in der Unternehmensgruppe ca. 5.300 Personen beschäftigt (plus 500 im Vergleich zum Vorjahr).

Das überproportionale Umsatzwachstum führt Wago auf folgende Faktoren zurück:

  • Der wirtschaftlichen Erholung der BRIC-Staaten (insbesondere China) und der USA
  • Erhalt der Beschäftigung in der Krise
  • Zusätzlichen Investitionen zur Sicherung der notwendigen Produktionskapazitäten
  • Hohe Motivation und hoher Einsatz der Mitarbeiter

Rohstoff-Preisentwicklung trübt den Ausblick

Die allgemeine Einschätzung der globalen Wirtschaftsentwicklung seitens Politik, Verbänden und Forschungsinstituten ist zwar generell positiv, Wago teilt diese Einschätzung jedoch nur mit Einschränkung, weil der weiterhin vorhandenen Risiken im Finanzsektor negative Auswirkungen auf die Realwirtschaft nicht auszuschließen sind. Spürbar sind die steigenden Rohstoffpreise, die besonders bei Metallen und Kunstoffen deutlich negativ auf der Kostenseite zu Buche schlagen.

Mit Blick nach vorn sieht Wago aber auch die Chancen. Die Nachfrage aus Fernost treibt weiterhin das Wachstum und auch für die Binnennachfrage ist mit einer moderaten Steigerung zu rechnen. Die neuen Produkte aus den letzten Jahren tragen dabei zunehmend das Wachstum.  Umsatzseitig plant Wago einen Zuwachs von knapp 10 Prozent. Die Beschäftigung wird in der Gruppe und insbesondere an den Standorten in Minden und Sondershausen weiter zunehmen. Hier könnte sich allerdings die Gewinnung von Fachkräften als bremsender Faktor auswirken. Am Standort Minden werden derzeit über 150 Fachkräfte, insbesondere Entwicklungsingenieure, gesucht.