Klimatisierung ins IoT einbinden Vom Kühlgerät bis in die Cloud

 as IoT-Interface von Rittal wird entweder auf einer  Hutschiene oder direkt am Kühlgerät bzw. Chiller  befestigt.
Das IoT-Interface von Rittal wird entweder auf einer Hutschiene oder direkt am Kühlgerät bzw. Chiller befestigt.

Wartung und Service stellen einen wesentlichen Kostenfaktor beim Betrieb von Klimatisierungslösungen dar. Um diese Kosten zu senken, lassen sich Industrie-4.0-Konzepte verwenden. Voraussetzung dafür ist eine durchgängige Kommunikation vom Sensor im Kühlgerät bis in Cloud-basierte Systeme.

Die Kosten, die ein Schaltschrank-Kühlgerät während seiner Lebensdauer verursacht, setzen sich aus den Investitionskosten, den Energiekosten und den Kosten für Service und Wartung zusammen. Die Investitionskosten bilden dabei in den meisten Fällen den kleinsten Anteil. Optimierungen bei Service und Wartung können deswegen zu deutlichen Kostensenkungen beitragen. Typisches Beispiel ist das Predictive Maintenance (bedarfsgerechte Wartung).

Grundlage für solche Lösungen sind Informationen über die einzelnen Kühlgeräte und über die äußeren Umgebungsbedingungen. Liegen Informationen über die Laufzeit, die erwarteten und tatsächlichen Drehzahlen im Vergleich und die Stromaufnahme des Lüfters vor, können Rückschlüsse auf einen schleichenden Defekt bzw. bevorstehenden Ausfall gezogen werden. Dies ermöglicht einen rechtzeitigen Austausch der kritischen Komponente und erhöht die Verfügbarkeit der gesamten Anlage. Auch können durch Informationen zu Energieaufnahme, Zuständen von Einzelkomponenten, Umgebungsbedingungen und Verschmutzungsgrad der Filtermatte Optimierungspotenziale für Instandhaltung und Energieeffizienz aufgedeckt und nutzbar gemacht werden.

Kommunikation mit dem IoT

Um die geforderte durchgängige Kommunikation zu ermöglichen, hat Rittal für die Kühlgeräte und Chiller der Serie Blue e+ eine IoT-Schnittstelle entwickelt, die entweder auf einer Hutschiene oder direkt am Kühlgerät oder Chiller befestigt wird. Sie ermöglicht die Kommunikation mit übergeordneten Systemen wie etwa Monitoring- und Energiedaten-Managementsystemen. Über das IoT-Interface lässt sich eine Vielzahl an Gerätedaten überwachen: Temperaturen innerhalb und außerhalb des Schaltschranks, Verdampfer- und Verflüssigertemperatur und ggf. die Messwerte zusätzlicher im Schaltschrank platzierter Sensoren. Statt eines einfachen Betriebsstundenzählers werden die Laufzeiten von Kompressor, Innen- und Außenlüfter jeweils getrennt erfasst. Dazu kommen Systemmeldungen, Daten zur Auslastung sowie die aktuelle Parametrierung.

Anlagenbetreiber können anhand dieser Daten mögliche Fehlfunktionen sehr schnell erkennen und entsprechend frühzeitig reagieren. Dadurch steigt die Betriebssicherheit und Verfügbarkeit der Anlagen. Die Bereitstellung von
aktuellen Betriebsdaten und -zuständen beschleunigt zudem die Prozesse in der Instandhaltung. Die IoT-Schnittstelle unterstützt die Protokolle OPC UA, Profinet, SNMP, Modbus TCP sowie CANopen und ermöglicht damit
die durchgängige Kommunikation in praktisch alle übergeordneten Systeme bis in die Cloud. Dort können die Daten in IoT-Anwendungen verwendet werden, was umfangreiche Analysen und neue smarte Serviceleistungen ermöglicht.