Auf dem Weg zur DC-Industrie Trend zu mehr Gleichstrom in der Produktion

Teil 3: Vorsicht beim Einsatz der Kabel

»In Forschungsprojekten in Kooperation mit der TU Ilmenau sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass für DC-Anwendungen teilweise andere Materialien sinnvoll sind. So ist nach unseren Erkenntnissen zum Beispiel PVC bei dynamischen DC-Anwendungen weniger geeignet«, berichtet der Experte. Deshalb hat Lapp unter anderem die Leitung »Ölflex DC Chain 800« entwickelt, die anstelle von PVC eine geeignete TPE-Isolierung aufweist. Die DC-Leitung ist so konzipiert, dass sie sich für eine dauernde Bewegung in Energieführungsketten und in linear bewegten Maschinenteilen eignet.

Wie schnell kommt der Wandel?

Bleibt die Frage, wie schnell sich der Trend hin zu mehr Gleichstrom in der Produktion nun vollzieht. »Im ersten Schritt müssen die Grundlagen zur Entwicklung der technischen Geräte festgelegt werden. Diese Grundlagen werden beispielsweise von dem Gleichstrom-Forschungsprojekt DC-Industrie, an dem auch Leoni Special Cables mitwirkt, erarbeitet«, sagt Fabian Vornhagen. Und weiter: »Neue Anlagen und Produktionshallen sind sehr langfristige Investitionen. Die Anlagen werden oft über Jahrzehnte betrieben und erst bei signifikanten Fortschritten ersetzt. Daher gehen wir davon aus, dass der Gleichstrom-Trend langsam und stetig über die nächsten 15 Jahre adaptiert wird.«

Fakt ist aber auch, dass sich ein Wandel bereits heute ankündigt. »Es sind aktuell schon erste Projekte in der Entwicklung, die bereits in den kommenden zwei bis drei Jahren in den Praxiseinsatz gehen werden«, ist Guido Ege von Lapp überzeugt.

»Dabei handelt es sich im Wesentlichen um vernetzte Großanlagen wie in der Automobilindustrie. In diesem Bereich macht die DC-Fertigung auch am meisten Sinn«, betont der Leiter für Produktmanagement und Entwicklung. In anderen Bereichen werde es gewiss länger dauern, bis sich Gleichstrom durchsetzt, bzw. werde es auch in Zukunft noch Teilbereiche geben, an denen dieser Trend spurlos vorbeigehen wird.