Steckverbinderhersteller mit klarem Fokus TE Connectivity: »20 Milliarden Dollar Umsatz im Visier«

Eric Küppers, TE Connectivity: »Unsere Ziele werden wir ehrgeizig verfolgen und dort, wo wir noch nicht Marktführer sind, werden wir unsere Aktivitäten aggressiv vorantreiben.«
Eric Küppers, Senior Vice President und General Manager, Automotive EMEA von TE Connectivity: »In unserem Kernbereich Connectivity sind Akquisitionen durchaus eine Option, die wir auch künftig ergreifen werden. Ende 2011 haben wir den Plan zur Übernahme der Deutsch Group SAS bekannt gegeben. Das stellt einen weiteren wichtigen Schritt dar, ein vollständiges Portfolio an Steckverbindern für alle wichtigen Industriebereiche, Applikationen und Regionen anbieten zu können.«

20 Mrd. Dollar will TE Connectivity bis zum Jahr 2015 erzielen. Dazu soll das Kerngeschäft Steckverbinder bzw. Verbindungstechnik noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Eric Küppers von TE Connectivity erläutert im Interview die Strategie des Unternehmens.

Markt&Technik: Hat sich mit der Namensänderung von Tyco Electronics zu TE Connectivity auch die Ausrichtung des Unternehmens verändert?

Eric Küppers: Nein, es ist eher andersherum. Mit der Namensänderung unterstreichen wir unsere Strategie, die wir bereits seit drei bis vier Jahren leben, nämlich die Fokussierung auf unser Kerngeschäft. Schon in den letzten Jahren haben wir uns von diversen Geschäftsfeldern getrennt wie etwa der Radar-Sparte, wenn diese Geschäftsbereiche nicht mehr zu unserem klaren Fokus gepasst haben. Diesen Weg werden wir auch künftig verfolgen - unter dem mittlerweile treffenderen Namen TE Connectivity. Der Hintergrund dieser Strategie ist, dass wir nicht mit unseren Kunden konkurrieren wollen, indem wir auch aktive Elektronikkomponenten und -systeme verkaufen.

Das Ziel war es aber mal, als »One-Stop-Shopping«-Anbieter möglichst breit aufgestellt zu sein.

Diesbezüglich haben wir uns verändert, aber schon seit der Abspaltung von Tyco International. Heute liegt unser Fokus klar auf dem Connectivity-Bereich. Zu unseren Kernprodukten gehören Steckverbinder und Kontakte, ergänzt von der berührungslosen Positionssensorik und unserer Relais-Sparte. Diese Produktbereiche werden wir weiter ausbauen.

Geändert hat sich auch, dass das Unternehmen sehr klare Ziele und eine mittelfristige Strategie definiert hat, die über alle Geschäftseinheiten hinweg kommuniziert werden. Nach der internen Vorgabe »20 by 15« streben wir einen Jahresumsatz von 20 Mrd. Dollar bis zum Jahr 2015 an. Heute kommen wir von 14,3 Mrd. Dollar, die wir im Geschäftsjahr 2011 erzielt haben.

TE ist mit großem Abstand Marktführer unter den Anbietern von Steckverbindern. Das dürfte es schwierig machen, weitere nennenswerte Marktanteile zu gewinnen?

Wenn man davon ausgeht, dass der weltweite Markt für Steckverbinder ein Volumen von schätzungsweise 40 Mrd. Dollar hat, sehen wir noch ausreichend Ansatzpunkte für TE, um in diesem Segment den Umsatz zu steigern. Wir werden unseren Schwerpunkt vor allem darauf legen, »Technologielöcher« auszufüllen. Das Ziel über alle Geschäftsbereiche hinweg ist es heute, zu prüfen, bei welchen Technologien noch Aufholbedarf besteht. Ungeachtet dieses technologischen Blickwinkels wollen wir - was vor allem die Märkte betrifft - diversifiziert bleiben und alle Marktsegmente bedienen! Somit sind wir unabhängiger von den konjunkturellen Zyklen in einigen Bereichen und natürlich stabiler aufgestellt.

Sind auch Übernahmen von anderen Unternehmen oder Unternehmensbereichen eine Option, um weiter zu wachsen?

In unserem Kernbereich Connectivity sind gezielte Akquisitionen auch weiterhin durchaus eine Möglichkeit, die wir ergreifen werden. In der Vergangenheit waren diese Übernahmen sehr positiv für uns, wie beispielsweise die Akquisition von ADC im Bereich der Netzwerktechnologie in jüngster Vergangenheit. Auch haben wir Ende 2011 den Plan zur Übernahme der Deutsch Group SAS, einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich Verbindungslösungen für raue Betriebsbedingungen, bekannt gegeben. Das stellt einen weiteren wichtigen Schritt dar, ein vollständiges Portfolio an Verbindungslösungen für alle wichtigen Industriebereiche, Applikationen und Regionen anbieten zu können.

Was sind heute die Wachstumsmärkte und -technologien im Bereich der Verbindungstechnik?

Zum Beispiel sind im Automotive-Segment weiterhin die CO2-Reduzierung und somit auch die Gewichtsreduzierung treibende Faktoren für Neuentwicklungen. Daneben sind momentan der Anlagenbau und die gesamte Industrieelektronik sehr starke Marktsegmente, mit Wachstumstreibern wie Elektromotoren. Auch das Datacom-Segment entwickelt sich erfreulich, vor allem die Fiberoptik verzeichnet große Dynamik. Außerdem spielt bei den I/O-Schnittstellen weiterhin das Thema Highspeed eine wichtige Rolle, etwa im Infotainmentbereich im Auto. Hier stellen hoch auflösende Kamerasysteme neue Anforderungen an die Verbindungstechnik. Aber auch in allen anderen Industrien spielt die Datenübertragungsgeschwindigkeit mittlerweile eine treibende Rolle. Gleiches gilt übrigens für die Miniaturisierung, die in allen Märkten weiterhin gefordert wird.