Grünes Rechenzentrum Strom sparen mit Steckverbindern und Kabeln

Das tPM-Patchkanel-Management-System von tde trägt zu einer effizienten Lüftung des Serverschrankes bei.
Das tPM-Patchkanel-Management-System von tde trägt zu einer effizienten Lüftung des Serverschrankes bei.

Energieeffizienz im Rechenzentrum beginnt mit der Verkabelung: Rechenzentren lassen sich kleiner auslegen, wenn das Kabelvolumen gering und die Packungsdichte in den Netzwerkschränken hoch ist. Unter anderem sinkt der erforderliche Klimatisierungsaufwand.

von Andre Engel, Geschäftsführer von tde – trans data elektronik

Ohne Strom läuft nichts in Serverräumen und Rechenzentren: 1,8 Prozent der gesamten hierzulande verbrauchten Energie beanspruchen Serveranlagen und IT-Bereiche. Eine nur auf den ersten Blick niedrige Zahl. Denn tatsächlich steckt die jährliche Stromproduktion von umgerechnet vier mittelgroßen Kohlekraftwerken dahinter, um den jährlichen Stromhunger deutscher Datenzentren zu decken. Ein enormer Kostenfaktor, der durch den teuer gewordenen Strom inzwischen den Großteil der Kosten im IT-Bereich ausmacht und zugleich die Umwelt belastet. Energieeinsparungen rechnen sich daher doppelt.

Zugleich steigen Datenvolumina und Rechenleistung seit Jahren kontinuierlich an. Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten und wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Unternehmen zunehmend auf leistungsfähige Server angewiesen. Immer mehr Geschäftsprozesse nutzen die zentrale IT, in vielen Bereichen ist sie unersetzlich. Der daraus resultierende Energiebedarf ist enorm: Auf etwa 104 TWh soll der jährliche Energieverbrauch in Westeuropa bis zum Jahr 2020 Schätzungen zufolge ansteigen. Ein beachtlicher Teil davon entfällt auf den Betrieb von Rechenzentren, Enterprise-Servern, ITK-Ausstattung, Kühlsysteme und Antriebsaggregate.

EU-Initiative liefert Anwendungsempfehlungen

Bereits 2007 hat die Europäische Kommission den sogenannten europäischen Code of Conduct ins Leben gerufen – eine Reaktion auf den zunehmenden Energieverbrauch in Rechenzentren. Gegründet vom Joint Research Center und des Institute for Energy der Europäischen Kommission setzt sich der Code of Conduct für den Aufbau eines standardisierten Systems zur grünen Rechenzentrumsoptimierung in Unternehmen ein. Ziel ist es, Betreiber und Eigentümer von Rechenzentren für das Thema Green-IT zu sensibilisieren und Möglichkeiten des Energiesparens aufzuzeigen. Zudem liefert die Europäische Kommission mit Best-Practice-Beispielen Anwendungsempfehlungen, wie sich Infrastrukturen konkret verbessern lassen. Schließlich ist kostensparende und effiziente Nutzung der Energie eines der wichtigsten Themen des 21. Jahrhunderts – und die größte Herausforderung für Unternehmen: Sie müssen betriebliche Prozesse optimieren, ohne negative Auswirkungen auf unternehmenskritische RZ-Funktionen. Potenzial gibt es genug: Untersuchungen belegen, dass sich 35 Prozent der Energie in Datenzentren einsparen ließe, wenn Unternehmen ihr Energiemanagement gezielt angingen und die IT entsprechend umrüsteten.

Um den Grundgedanken des Code of Conduct weiter voranzutreiben, adressiert die europäische Initiative zwei Zielgruppen: Unternehmen und Institutionen, die ihre Rechenzentren nach streng energieökonomischen Gesichtspunkten betreiben; diese werden als sogenannte Participants zertifiziert. Dienstleister und Hersteller energieeffizienter Komponenten können sich als Endorsers oder auch Befürworter listen lassen. In Deutschland gehören nur wenige Unternehmen dem kleinen Kreis der Code of Conduct Endorsers an, darunter auch tde.