Teils steigende Lieferzeiten bei Relais »Starker Zuwachs der Nachfrage«

Panasonics bistabiles Leistungs-Relais DJ-H weist eine maximale Schaltspannung von 480 V AC bei 25 A auf; die Stoßspannungsfestigkeit beträgt 12 kV.
Panasonics bistabiles Leistungs-Relais DJ-H weist eine maximale Schaltspannung von 480 V AC bei 25 A auf; die Stoßspannungsfestigkeit beträgt 12 kV.

Die Liefersituation bei Relais hat sich laut Zettler-Geschäftsführer Stefan Schlosser »weiter verschlechtert, wir rechnen im übrigen mit anhaltend starkem Zuwachs der Nachfrage«. Bei Hongfa hingegen bewegen sich die Lieferzeiten für nahezu alle Relais konstant zwischen 8 und 14 Wochen.

Besonders im zweiten Quartal 2018 »hat sich die Situation weiter verschärft, trotz steigender Investitionen in den Kapazitätsausbau erhöhen sich die Lieferzeiten«, betont Schlosser. Zwar habe sich der Zuwachs etwas abgeschwächt, doch liege dieser immer noch im zweistelligen Prozentbereich und »oberhalb unserer eigenen Ziele und Erwartungen«. Das überdurchschnittliche Wachstum betreffe alle Bereiche, besonders aber das Segment der erneuerbaren Energie vom Inverter über Ladestationen bis hin zur E-Mobility. Auftragseingang und Umsatz entwickelten sich »hervorragend, limitierender Faktor scheinen die vorhandenen Kapazitäten zu sein«. Bei einigen Relaistypen »müssen wir bereits heute von Allokation sprechen und wir fürchten, dies wird sich noch ausweiten«.

Ob – auch angesichts der Knappheit - die Preise für Relais stabil gehalten werden können, hänge auch von der Materialpreisentwicklung ab. Weil Zettler überdies zur Verbesserung der Lieferfähigkeit weiter investiert und auch Sonderschichten etabliert, die zusätzlich Kosten verursachen, »sind moderate Preisanpassungen deshalb nicht auszuschließen«. Sofern parallel dazu aber die Lieferfähigkeit gesteigert und Kundentermine sichergestellt oder gar verbessert würden, »ist somit allen geholfen«. Bei einigen Relaistypen sei es schon gelungen, die Fertigungskapazität zu steigern, »bei anderen werden wir noch tätig«. Kein Kopfzerbrechen bereiteten im Übrigen die Währungskurs-Verhältnisse Dollar/Euro/Yuan – Zettler fertigt großteils in China –, »die erhöhte Volatilität können wir managen«.

Die Schweizer Elesta GmbH verzeichnete im ersten Halbjahr laut Jürgen Steinhäuser, Leiter Vertrieb und Marketing, »eine etwas abgeschwächte Steigerung im Vergleich mit dem Vorjahr, jedoch innerhalb unserer Planungen«. Die Lieferzeiten lagen je nach Typ der Relais im Bereich zwischen 4 und 13 Wochen – mit der erfreulichen Nachricht für die Kunden, dass sich die Wartezeit gerade bei den Relais mit der längsten Lieferfrist »langsam nach unten bewegt«. Weiterhin positiv ist die Book-to-Bill-Rate, wenngleich auf einem etwas tieferen Jahresniveau. Lieferengpässe bei Vormaterialien seien nicht zu erwarten, und gar auf Allokation müssten die Kunden sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht einstellen. Der Fokus des Spezialisten für Relais mit zwangsgeführten Kontakten gilt weiterhin in erster Linie der Industrieautomation. Die Bereiche Bahntechnik, Medizin und Prozessindustrie sind derzeit vor allem noch von Projekten getrieben.

Bezüglich der Relaispreise lautet Steinhäusers Prognose, dass es keine Preisanpassungen geben werde, denn »interne Maßnahmen und Investitionen konnten externe Erhöhungen abfangen«. Was Investitionen anbelangt, wird derzeit die Produktionsstätte in Bad Ragaz erweitert, wodurch sich letztlich die Fertigungskapazität verdoppeln wird. Zulegen wird schon dieses Jahr wie auch in den kommenden Jahren die Zahl der Mitarbeiter. Nachdenklich macht den Elesta-Manager allerdings »die derzeit mittelfristig nicht richtig abschätzbare Bedarfsentwicklung - eine Störgröße, die sich auf längerfristige Investitionen auswirkt«. Als »nicht so dramatisch« stellten sich momentan die Währungskurs-Verhältnisse Euro/Dollar/Yuan dar, »die Auswirkungen sind im Gegensatz zu den Franken-Euro-Verwerfungen gut beherrschbar«.