Bandgalvanik bei ept So funktioniert die Kontakt-Beschichtung

Die Bandgalvanik verläuft bei ept in U-Form.
Die Bandgalvanik verläuft bei ept in U-Form.

Als Anbieter für Leiterplattenstecker hat ept die notwendigen Fertigungstechnologien im Haus. Dazu zählt auch die Bandgalvanik, die zur Beschichtung der Kontaktstifte mit unterschiedlichen metallischen Oberflächen notwendig ist. Wie eine Bandgalvanik funktioniert, zeigt ein Blick in das Unternehmen.

Von Irina Lew und  Sabrina Behnisch, ept

An epts Standorten Peiting und Augsburg laufen insgesamt vier Bandgalvanik-Linien auf zwei Anlagen. Die neueste Anlage in Augsburg läuft doppelspurig; dadurch lassen sich zwei verschiedene Produkte gleichzeitig beschichten. Während in Peiting Kontakte für die Bereiche Industrie-Elektronik, Telekommunikation und Automotive bearbeitet werden, laufen in Augsburg ausschließlich Teile für den Bereich Automotive über die Anlage.

So funktioniert eine Bandgalvanik

Unter Bandgalvanisierung versteht man die Galvanisierung von Drähten, massiven Bändern (etwa aus Kupferlegierungen oder Messing) sowie – im Falle von Steckverbindern – gegurteten oder ausgestanzten Kontakten in Durchlaufanlagen. Dieses Verfahren gilt als sehr wirtschaftlich, weil gerade Massenteile in kurzer Zeit und durch die konstanten Prozesse in hoher Qualität beschichtet werden können. Zudem können die durchlaufenden Teile auch selektiv beschichtet werden, wodurch sich Material und Kosten sparen lassen.

Bevor ein Produkt über die Galvanikanlage läuft, wird das entsprechende Rezept für die Beschichtung geladen und die verschiedenen Bäder vorbereitet. Nach einem Probelauf werden die daraus gewonnenen Teile gemessen und geprüft, bevor die eigentliche Produktion starten kann. Auch direkt nach Produktionsstart wird nochmal eine Erstteilmessung vorgenommen, gefolgt von kontinuierlichen Sicht- und Biegeprüfungen sowie Säbel- und Prall-Drall-Messungen bei jedem Spulenende. Am Anfang und Ende jeder Bandgalvanik-Anlage sorgen Pufferspeicher durch mehrere Umlenkrollen beim Ab- bzw. Aufwickeln des gestanzten Metallbandes dafür, dass bei einem Bandwechsel die Anlage nicht zum Stillstand kommt. Der Anlagenbediener hat durch die Umlenkung des Bandes etwa vier Minuten Zeit, die Spulen zu wechseln.

Nach dem Abwickeln von der Spule läuft das Band zuerst durch verschiedene Entfettungs- und Reinigungsbäder und wird schließlich in einem Aktivierungsbad auf die eigentliche Beschichtung vorbereitet. In den folgenden Bädern können die Kontakte mittels Elektrolyse mit unterschiedlichen nicht edlen Metallen und schließlich Edelmetallen beschichtet werden. Über die Geschwindigkeit des Bandes kann dabei die Schichtdicke gesteuert werden: Je länger das Band in einem Bad verweilt, desto dicker wird die aufgebrachte Metallschicht. Abhängig von der Art der zu produzierenden Kontakte sind die Bänder zwischen 100 und 600 Metern lang und laufen auf der Anlage mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 Metern pro Minute. Bevor das fertig galvanisierte Band am Ende der Anlage wieder aufgerollt wird, läuft es zur Trocknung noch durch einen Heißluftofen und schließlich durch eine Prüfzelle mit mehreren Kameras.