Wahl des passenden Quarzbausteins Optimierung der Oszillatorschaltung via App

Die App Y-QUARTZ bietet dem Entwickler einen mobilen Zugang zu Geyers Homepage, wo er Kontaktdaten erhält, um sich bei Fragen oder Problemen direkt an das Design– und Testcenter wenden zu können.
Die App Y-QUARTZ bietet dem Entwickler einen mobilen Zugang zu Geyers Homepage, wo er Kontaktdaten erhält, um sich bei Fragen oder Problemen direkt an das Design– und Testcenter wenden zu können.

Um dem Entwickler die Wahl des passenden Quarzbausteins zu erleichtern, gibt es von Geyer Electronic seit kurzem die App Y-QUARTZ für Android-Systeme. »Mit diesem Analyse-Tool lässt sich die Oszillator-Schaltung optimieren«, sagt Hannes Ehrenberg, Design-Ingenieur bei Geyer Electronic.

Ihre App Y-QUARTZ läuft bislang nur auf Android-Systemen: Was machen Kunden, die auf Apples iPhone oder iPad schwören – gibt’s bald auch eine App für Apples iOS?

Hannes Ehrenberg: Die App richtet sich an den Hardware–Schaltungsentwickler, der nach unserer Erfahrung überwiegend mit Android–Systemen arbeitet und nicht mit Apple-Produkten. Hier würden wir nur eine geringe Anzahl ansprechen können.

Was war der Grund, dass Sie die App entwickelt haben – sind Kunden auf Sie zugekommen und haben Sie dazu angeregt?

Nein, die App haben wir aus eigenem Antrieb entwickelt. Wir wollten dem Entwickler ein Tool an die Hand geben, das ihm die Möglichkeit gibt, auf zeitraubende und komplizierte Schaltungsversuche und Messungen zu verzichten. Zudem ist für die Entwicklung von Oszillatorschaltungen mit Quarzen Grundlagenwissen in Analogtechnik/HF-Technik nötig. Hierbei kann die App den Entwickler unterstützen.

Ist die App bei Geyer Electronic entstanden?

Nein, ein externer Experte hat sie nach unseren Vorgaben entwickelt.

Hat einer Ihrer Mitbewerber etwas Ähnliches vorzuweisen – es kann ja auch ein Tool sein, das im Internet »verankert« ist?

Soweit wir wissen, hat bisher keiner unserer Mitbewerber seinen Kunden etwas Derartiges anzubieten.

Merken Sie schon eine spürbare Entlastung bei der Beratung, oder ist der Zeitraum, seit es dieses Tool gibt, noch zu kurz, um das beurteilen zu können?

Das Tool haben wir zum ersten Mal auf der electronica 2014 vorgestellt. Die App soll unsere Beratung nicht ersetzen. Wir möchten dem Entwickler bei Fragen gern bereits vor dem ersten Design beratend zur Verfügung stehen. Die App bietet dem Entwickler einen mobilen Zugang zu unserer Homepage, er erhält Kontaktdaten per Telefon und im Internet und kann sich bei Fragen oder Problemen direkt an unser Design– und Testcenter wenden.

Zumindest ein gewisses Grundwissen über Taktgeberbausteine vorausgesetzt: Kann der Entwickler alleine mit der App zu 100 Prozent den passenden Quarz aussuchen aus Ihrem Sortiment oder geht’s darum, zumindest die nicht passenden auszuschließen, so dass nurmehr einige wenige übrigbleiben?

Die App ist kein Auswahltool für Schwingquarze. Der Schaltungsentwickler muss zunächst selber eruieren, was er braucht: Frequenz, Temperaturbereich, Toleranz, Baugröße, Bauform etc. Daraufhin kann der Entwickler aus dem Datenblatt die relevanten Quarzdaten in die App eingeben und die geplante Schaltung simulieren, analysieren und optimieren. Gerne beraten wir dann den Entwickler und sind bei der Auswahl des richtigen Quarzes behilflich, um ihn letztlich optimal zu unterstützen.

Könnte ein Anwender der App dann auch Oszillatoren bei der Konkurrenz kaufen – weil billiger –, oder würde er sich damit sehr auf Glatteis begeben?

Das Tool ist allgemein gehalten und nicht nur auf unsere Quarze ausgerichtet. Wir bieten jedoch nicht nur Quarze an, sondern sind auch Entwicklungspartner von der Auswahl des geeigneten Quarzes bis zum fertigen Produkt. Darüber hinaus übernehmen wir auch nach Kundenwunsch das Überprüfen fertiger Baugruppen beispielsweise auf ihr Verhalten im Temperaturbereich, im Anschwingverhalten und in der Anschwingreserve.

Gibt es bei den Design-In-Ingenieuren jeder Altersklasse ein Manko vor allem bei E-Mechanik-Komponenten, weil Halbleiterbausteine sexy sind und daher das Augenmerk beim Design-In viel zu spät auf Oszis gelegt wird?

Die IC-Hersteller weisen meist in ihren Datenblättern die Quarzoszillatorschaltung und deren Beschaltung recht pauschal und allgemein aus. Dadurch kann es schon mal durch fehlendes Grundlagenwissen zu Problemen beim Schaltungsdesign kommen. In diesem Fall kann unser Tool als Unterstützung herangezogen werden.

Wenn Sie ein Design-In anfangen würden: Stünde da der Oszillator im Mittelpunkt, um den Sie alles bauen würden?

Der Schwingquarz oder Oszillator steht hier nie Mittelpunkt.