Hält er, was er verspricht? Neuer Großschaltschrank im Praxistest

Eugen Franzen von der Controller Steuerungstechnik macht es vor: Die Rückwand des Schranks ist einfach von oben einzuhängen und bleibt sicher in der Position, bis die Schrauben angezogen sind.
Eugen Franzen von der Controller Steuerungstechnik macht es vor: Die Rückwand des Schranks ist einfach von oben einzuhängen und bleibt sicher in der Position, bis die Schrauben angezogen sind.

Rund fünf Jahre Entwicklungszeit hat Rittal in das neue Schaltschrank-System VX25 gesteckt, das mit einem vollkommen neuen Rahmenprofil daherkommt. Die Schaper-Gruppe, Spezialist für Schaltschrank- und Steuerungsbau, erlaubt einen Blick über die Schulter bei der täglichen Handhabung.

Kabelabfangschienen in genau der richtigen Höhe in den Schaltschrank einzubauen – das hört sich nach einer einfachen Aufgabe an. Und doch kam es in der Vergangenheit immer wieder vor, dass die Schienen bei zwei nebeneinander stehenden Schaltschränken um eine Rasterlochung versetzt waren. Die dadurch notwendigen Nacharbeiten entfallen jetzt für die Mitarbeiter in der Werkstatt von Schaper Steuerungstechnik in Herford. Denn ein kleines Detail beim neuen Schaltschranksystem VX25 sorgt für Abhilfe: »Mit der Zähllochung an den neuen Rahmenprofilen können wir Montagepositionen für Ausbauteile exakt definieren«, erläutert Eugen Franzen, Teamleiter für den mechanischen Aufbau bei der Firma Controller Steuerungstechnik, die zur Schaper-Gruppe gehört. 

Flexibler Einsatz dank neuem Rahmenprofil

Das Rahmenprofil des VX25 bietet ein übergreifendes, durchgängiges 25-mm-Maßraster und volle Symmetrie. Da das 25-mm-Raster nicht nur in den vertikalen, sondern auch in den horizontalen Teilen des Rahmens verwendet wird, ist der Ausbau des Schranksystems auch über die Grenzen von Einzelschränken hinweg flexibel einsetzbar. Ausbaukomponenten für die vertikalen Rahmenteile passen jetzt auch im Dach- und Bodenbereich des Schaltschranks, so dass sich das 25-mm-Maßraster auch bei einer Anreihung von VX25-Schränken im benachbarten Schrank fortsetzt. Dadurch lassen sich beispielsweise Schienen über mehrere Schränke hinweg montieren. Für diese und andere Montagemöglichkeiten ist nun ein um 40 Prozent kleineres Portfolio von Ausbau-Chassis und -Schienen erforderlich als beim bewährten Vorgänger-Schaltschrank TS 8 von Rittal, was Lagerbestände und Logistikaufwand beim Kunden deutlich verringert.

Mehr Stabilität

»Der Schrank an sich ist zudem stabiler geworden«, berichtet Eugen Franzen. Das zeigt sich unter anderem an den neuen Bodenblechen. »Monteure müssen während des Schaltschrankausbaus immer wieder mal in den Schrank hineingehen. Früher haben sich dadurch häufig die Bodenbleche etwas verbogen, so dass wir nacharbeiten mussten«, berichtet Franzen. Dass diese Nacharbeiten nun entfallen, trägt zu den Zeitersparnissen bei, die das neue Schaltschranksystem mit sich bringt. Und über noch ein weiteres Detail an der neuen Konstruktion des Schaltschrankbodens freut sich der Schaltschrankexperte: »Der Rahmen ist jetzt so gestaltet, dass kein Zwischenraum zwischen Bodenblech und Rahmen vorhanden ist. In der Vergangenheit ist es immer wieder einmal vorgekommen, dass dort eine Schraube versehentlich hineingefallen ist.«