Drei Mittelständler schließen sich zusammen Neue Allianz im Bereich der Schaltschrank- und Gehäusetechnologie

Markus Jung
Markus Jung, Geschäftsführer von häwa.

Unter der Bezeichnung »cabinet partners« haben sich erstmals drei mittelständische Unternehmen aus dem Schaltschrank- und Gehäusesektor zu einer Allianz zusammengeschlossen. Initiiert hat die Allianz der Geschäftsführer des Schaltschrankunternehmens häwa, Markus Jung.

Markt&Technik: Herr Jung, Sie haben die Idee ins Leben gerufen, die Schaltschrank- und Gehäuselösungen ihres Unternehmens häwa mit den Tragarm- und Liftsystemen von Haseke sowie den Kabelverschraubungen und Kennzeichnungssystemen von Jacob unter der Dachmarke »cabinet partners« zu bündeln. Was steckt hinter diese Idee?

Markus Jung: Die internationale Präsenz in den Zielmärkten unserer Kunden wird zunehmend wichtiger. Wie also in alle notwendigen Richtungen gleichzeitig wachsen, ohne die Ressourcen eines mittelständischen Unternehmens zu überlasten und sich nicht zu verzetteln?

Eine besondere Qualität von häwa ist die Gehäuseberatung. Und diese Beratung und Spezifizierung der kundenspezifischen Produkteigenschaften lässt sich meiner Meinung nach nicht über reine Handelshäuser realisieren. Auf der Suche nach erfolgreichen Kooperationen mit ähnlicher Aufgabenstellung, die als Vorbild dienen könnten, kam mir die ‚Star Alliance’ der Fluggesellschaften in den Sinn. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die in ihren regionalen Märkten sehr gut positioniert waren, denen aber die Ressourcen fehlten, um nun darüber hinaus zu wachsen. Die anfänglich rein vertriebliche Kooperation hat es allen Beteiligten ermöglicht, als Marke weltweit agieren zu können, ohne alleine die Ressourcen aufbauen zu müssen.

Und ähnliches lässt sich auf den Schaltschrank-Markt übertragen?

Am Schaltschrank-Markt gibt es Anbieter, deren erklärungsbedürftiges Produkt auch den beratenden Verkauf voraussetzt. Die jeweiligen Partnerunternehmen waren oder sind dabei, sich in Ländern zu engagieren, die auch für die anderen interessant sind. Die Infrastruktur stellt man also auch den Partnern zur Verfügung, so dass alle Unternehmen profitieren können. Das ermöglicht es zum Beispiel für uns als mittelständisches Unternehmen in einem Jahr auf Messen in China, USA und weiteren Ländern mit respektablen Ständen präsent zu sein.

Ähnlich wie beim Vorbild starten wir mit gemeinsamer Nutzung von Infrastruktur und vertrieblicher Zusammenarbeit.

Ist es aus Ihrer Sicht von Vorteil, dass sich jedes der Unternehmen durch die Zusammenarbeit weiterhin voll auf seine Kernkompetenz konzentrieren kann?

Ja, die wesentliche Gemeinsamkeit unserer Unternehmen ist, dass wir Experten im jeweiligen Gebiet sind. Wir wollen die Besten sein. Das geht nur, wenn man sich auf seine eigenen Fähigkeiten konzentriert.
Die Kooperation soll es den Unternehmen vereinfachen, stärker den globalen Markt zu adressieren. Gilt gleiches auch für den Heimatmarkt?

Nein, in den Heimatmärkten treten die cabinet partners weiterhin alleine auf und arbeiten auch mit ‚Nicht-Cabinet-Partnerfirmen’ zusammen. Auch das entspricht dem Vorbild.

Ist es denn geplant oder vorstellbar, noch weitere Hersteller mit ins Boot zu holen?

Die entsprechenden Gespräche laufen bereits. Den Partnern ist es dabei wichtig, dass es um eine internationale Kooperation geht, und nicht darum, die Firmen in Deutschland - sei es auch nur vertrieblich - zusammenzuwerfen! Dieser Aspekt ist auch weiteren potenziellen Partnern sehr wichtig.