Nachhaltige Bauelemente Messing-Kabelverschraubung – erstmals ohne Blei!

Eigenen Angaben zufolge ist Lapp der weltweit erste Hersteller, der eine bleifreie Messing-Kabelverschraubung anbietet.
Eigenen Angaben zufolge ist Lapp der weltweit erste Hersteller, der eine bleifreie Messing-Kabelverschraubung anbietet.

Metallische Werkstoffe müssen auf Blei als Beimischung zur leichteren Verarbeitung verzichten – mit einer Ausnahme: In Kupferlegierungen sind (noch) bis zu vier Prozent erlaubt. Dazu gehört Messing, das in Kabelverschraubungen verarbeitet wird. Lapp bietet nun erste bleifreie Messing-Varianten an.

»Das neue Material ist zwar aufwändiger zu verarbeiten, dennoch hat sich Lapp dazu entschieden, die bleifreie Kabelverschraubung ins Standardsortiment aufzunehmen«, betont Lisa Schlingmann, Produktmanagerin von Lapp.

Aktuell bietet Lapp die gängigsten Kabelverschraubungen in der neuen, bleifreien Messing-Variante an. Dazu gehören die weit verbreiteten Modelle Skintop MS-M und MS-SC-M sowie die Gegenmutter Skindicht SM-M. Alle Varianten kann Lapp in den metrischen Größen M12 bis M63 sofort und ab Lager liefern!

Umfangreicher Materialtest

Lapp hat in den letzten Monaten unterschiedliche bleifreie Legierungen untersucht. Dazu hat das Unternehmen Tests in der Fertigung durchgeführt, um die Prozesssicherheit und die Tauglichkeit der Werkzeuge sicherzustellen. Sowohl das Labor von Lapp sowie externe Prüfinstitute haben bestätigt, dass die Eigenschaften der bisherigen Produkte vergleichbar sind mit den aktuellen, bleifreien Varianten. Das gilt für die mechanischen Eigenschaften, die Korrosionsbeständigkeit sowie die EMV-Eigenschaften. Auch erfüllen die bleifreien Messing-Verschraubungen die Schutzart IP 68.

»Nachhaltigkeit ist uns wichtig«, sagt Guido Ege, Leiter Produktmanagement und -entwicklung von Lapp. »Deshalb handeln wir bereits jetzt und warten nicht ab, bis ein Gesetz uns dazu zwingt«.

Achtung: Die Frist läuft ab

Die Ausnahmeregelung für Kupferlegierungen läuft nach derzeitigem Stand im Juli 2021 aus. Ob es eine Verlängerung oder eine Übergangsfrist geben wird, ist derzeit noch unklar. Endet die Ausnahme wie geplant, darf Messing kein Blei mehr enthalten, das legt die europäische Richtlinie RoHS (Restriction of Hazardous Substances) fest. In der REACH-Chemikalienverordnung steht Blei zudem auf der Kandidatenliste der „Substances of very high concern“, die schon bald verboten werden könnten.