5 Fragen zum M12 Power Kommt 2019 der Durchbruch?

v.l.n.r.: Bernd Lais, Hummel; Stefan Reker, Weidmüller; Ryan Smith, Belden
v.l.n.r.: Bernd Lais, Hummel; Stefan Reker, Weidmüller; Ryan Smith, Belden

Wie hat sich der M12-Power-Steckverbinder bisher auf dem Markt etabliert und wie sieht seine Zukunft aus? Drei Experten antworten.

Markt&Technik: Wie hoch ist der Bedarf an M12-Power-Steckverbindern?

Bernd Lais, Industry Application Manager bei Hummel: Die Projektanfragen sind zahlreich, der tatsächliche Bedarf aktuell noch überschaubar. Aber es zeichnet sich ab, dass sich die M12-Power-Steckverbinder am Markt etablieren werden. Den Anfang machen die S- und T-Kodierungen, die schon länger am Markt sind. Die Stecker mit den Kodierungen K und L werden zeitversetzt folgen.

Stefan Reker, Produktmanager bei Weidmüller: Die robusten und kompakten Rundsteckverbinder M12 bilden seit gut 40 Jahren die Basis in der Automationstechnik für den Maschinen- und Anlagenbau; dementsprechend groß ist der Bedarf an M12-Steckverbindern mit geschätzten mehreren Millionen Euro. Der M12-Power-Steckverbinder ist seit drei bis vier Jahren auf dem Markt, er besetzt eine Nische mit entsprechend geringem Umsatz. Schaut man sich dazu als Beispiel mal einen typischen SAI-Aktiv-Verteiler an: Zum Anschließen der Sensoren/Aktoren befinden sich auf der einen Seite – Gerät und Sensoren/Aktoren – 8- bzw.16-M12-A-codierte Steckverbinder, auf der anderen Geräteseite 2-M12-Power-Steckverbinder. Die Anzahl der „normalen“ M12-Steckverbinder ist applikationsbedingt einfach viel größer, mit dem daraus resultierenden höheren Umsatz.

Ryan Smith, Global Product Manager für Lumberg Automation Valve and Power bei Belden: M12-Power-Steckverbinder sind sehr gefragt. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die neuen E/A-Module, die auf den Markt kommen. Alle Geräte der neueren Generation haben Ports mit T- und L-Kodierung. Die S-Kodierung ist eine effektive Lösung für die industrielle Lichttechnik, wenn Beleuchtungssysteme mit mehr als 120 V benötigt werden.

Wie sieht die Zukunft von M12-Power-Steckverbindern aus?

Bernd Lais, Hummel: Es wird noch eine gewisse Zeit dauern, bis der Markt eine solch große Leistungsübertragung auf so engem Raum akzeptieren wird. Dennoch zeichnet sich ab, dass sich der M12 Power nach und nach seine Märkte erobert und auch zum Standard werden wird. Von Vorteil ist natürlich, dass es hierfür eine Norm gibt. Das wird dieser Technologie zusätzlich zur Marktdurchdringung verhelfen.

Stefan Reker, Weidmüller: Aufgrund ihrer technischen Daten – 630 Volt, 14 Ampere – eignen sich M12-Power-Steckverbinder ideal für die Antriebstechnik sowie den Einsatz von Servomotoren bzw. Feldverteilerboxen und Ventilapplikationen. In diesen Bereichen liegt nach unserer Ansicht auch die Zukunft von M12-Power. Trotz dieses breiten Anwendungsfeldes schätzen wir derzeit den Umsatz in einem einstelligen Prozentbereich ein, mit stark wachsender Tendenz.

Ryan Smith, Belden: Die Aussichten sind sehr gut. Die hohe Energieleistung macht die M12-Power-Steckverbinder zu einer idealen Lösung für die Industrie 4.0. und das IIoT. Ihre kleine, aber leistungsstarke Bauform erfüllt zudem die Anforderung nach Miniaturisierung, die in der industriellen Automatisierung immer wichtiger wird.