Automatisierte Kabelverarbeitung Komax kündigt Kurzarbeit an

Weil Automobilkunden Projekte verschieben und derzeit unklar ist, wann der Aufwärtstrend einsetzen wird, nutzt Komax die Zeit, um Strukturen zu überprüfen und, wo nötig, Anpassungen vorzunehmen. In der Schweiz plant Komax ab März 2020 in Kurzarbeit zu gehen.

Insbesondere wegen der schwächelnden Automobilindustrie verfehlte die Komax-Gruppe, die Maschinen für die Kabelverarbeitung entwickelt und verkauft, ihr Rekordergebnis aus dem Vorjahr deutlich: Der Bestellungseingang nahm um 17.7 Prozent auf CHF 408.7 Millionen. ab. Der Umsatz verringerte sich um rund 13 Prozent auf ca. CHF 415 Millionen.

An den drei Standorten in der Schweiz (Dierikon, Rotkreuz und Küssnacht am Rigi) hat Komax geplant, ab 1. März 2020 in Kurzarbeit zu gehen. Voraussetzung dafür ist, dass die Behörden zustimmen. Mit dieser Maßnahme will das Unternehmen möglichst viele Arbeitsplätze an seinen drei Produktions- und Entwicklungsstandorten sichern.

Die im ersten Halbjahr 2019 beobachtete Marktsituation hat sich in der zweiten Jahreshälfte fortgesetzt. Aufgrund verschiedener weltpolitischer Faktoren herrscht eine allgemeine Verunsicherung. Dadurch sind die Kunden sehr zurückhaltend mit Investitionen und verschieben fortwährend Projekte. Der Umsatz nahm im zweiten Semester - teilweise aufgrund von zwei Akquisitionen - etwas zu, der Bestellungseingang und die EBIT-Marge blieben jedoch hinter den ersten sechs Monaten.

Fokus auf risikoärmere Projekte

Ende August 2019 stellte Komax einen Umsatz von CHF 415-430 Millionen und eine EBIT-Marge von 8-9 Prozent für das Geschäftsjahr 2019 in Aussicht. Mit einem Umsatz von rund CHF 415 Millionen und einer EBIT-Marge von rund 5.5 Prozent konnte das Unternehmen die eigenen Erwartungen nicht erfüllen, da unerwartete, hohe Zusatzaufwendungen bei einzelnen kundenspezifischen Pionierprojekten die prognostizierte EBIT-Steigerung im zweiten Halbjahr unmöglich machten. Diese Großprojekte stehen mehrheitlich im Zusammenhang mit neuen Technologien in der Automobilindustrie, die momentan entwickelt werden und für das künftige Wachstum von Komax von Bedeutung sind. Aus den 2019 gemachten Erfahrungen hat die Komax-Gruppe ihre Lehren gezogen und wird sich in Zukunft wieder auf risikoärmere Aufträge im Projektgeschäft fokussieren.

Wachstumsperspektiven weiterhin positiv  

Da die Komax-Kunden nach wie vor bestrebt sind, den Automatisierungsgrad bei der Kabelverarbeitung deutlich zu erhöhen, sind die mittel- und langfristigen Wachstumsperspektiven von Komax unverändert positiv. Die elektrischen Funktionen in Fahrzeugen nehmen weiter zu und folglich erhöht sich die Anzahl der Kabel weiterhin.

Steigende Lohnkosten, fehlende Verfügbarkeit von Mitarbeitenden, Miniaturisierung bei den Kabeln, Elektromobilität und autonomes Fahren sind einige wesentliche Gründe, weshalb die Industrie stark daran interessiert ist, die Kabelverarbeitung stärker zu automatisieren. Deshalb ist Komax zuversichtlich, dass, wenn sich die Marktsituation wieder verbessert, sich die hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung der letzten Jahre auszahlen werden.