Prozess- und Produktqualität Kfz-Kabel-Hersteller fordern die Reduzierung des Prüfaufwands

Dr. Klaus Probst: »Es gilt, die Qualität wieder vom Papier zurück zum Produkt zu verlagern.«

Die im »ZVEI-Fachverband Kabel und isolierte Drähte« organisierten Automobilkabel-Hersteller haben auf ihrer Jahrestagung eine einheitliche und harmonisierte Handhabung von »Customer Specific Requirements« (CSR) gefordert.

Die kundenspezifischen Forderungen der Automobilhersteller hätten immer aufwändigere Zertifizierungen zur Folge, die für die Zulieferer einen hohen zeitlichen Aufwand bedeuten. Dr. Klaus Probst, Vorsitzender des Vorstandes von Leoni und Vorstandsmitglied im Fachverband Kabel, beklagt: »Die damit verbundenen Kosten, aber auch die Bindung von Ressourcen führen oftmals zu keiner Verbesserung der Qualität. Die große Zahl an kundenspezifischen Anforderungen, zusätzlich zum allgemein anerkannten Qualitätsmanagement-Standard ISO TS 16949, unterhöhlen den eigentlichen Wert eben dieser ISO TS.«

Die Schwächen kritisiert ein ZVEI-Positionspapier zu CSR, das heute von den neun wichtigsten deutschen Herstellern in der Automobilkabel-Branche unterschrieben wurde. Das Papier hat der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie bereits 2008 vorgelegt. Es wird seitdem von 30 namhaften deutschen Automobilzulieferern, von First Tier Supplier über EMS Provider bis hin zu Komponentenherstellern, unterstützt.

»Es gilt, die Qualität wieder vom Papier zurück zum Produkt zu verlagern und bisher gebundene Ressourcen zur Steigerung der Prozess- und Produktqualität einzusetzen. Von einheitlichen Verfahren profitiert die gesamte Lieferkette«, betont Dr. Klaus Probst.