Basismaterialien wie Fluorpolymere sind knapp Kabelindustrie leidet unter Versorgungsengpässen

Die Lieferkette kommt ins Stocken: Die Zulieferindustrie der Kabelhersteller, insbesondere der Spezialkabelhersteller, kämpft nach dem Erdbeben in Japan mit Lieferproblemen.

Betroffen sind nach Angaben des ZVEI unter anderem die Herstellungsprozesse von Fluorpolymeren, wie PTFE, FEP, ETFE und PFA. Diese Materialien sind in vielen Spezialkabeln eine Basiskomponente. Der ZVEI erwartet daher, dass die Versorgungsprobleme bei den Rohmaterialien die Lieferfähigkeit der Spezialkabelhersteller deutlich einschränken werden. Spezialkabel kommen insbesondere im Automobil- und Industriebereich zum Einsatz.

Daneben zeigt sich mittlerweile, dass das schwere Erdbeben auch Auswirkungen auf die Herstellung von Telekommunikationskabeln hat. Denn unter den Folgen der Naturkatastrophe leiden auch einige japanische Hersteller von Glasfasern sowie den Vorprodukten, den so genannten Preforms. Mehrere Produktionsstätten wurden zerstört oder mussten ihre Fertigung einstellen, weil die Energieversorgung nicht gesichert ist. Man erwartet, dass der Prozess bis zur Wiederaufnahme der Fertigung mehrere Monate dauern wird.

Preiserhöhungen

Mit den Verfügbarkeitsproblemen werden voraussichtlich Preissteigerungen einhergehen, nicht nur bei den Spezialkabeln, auch bei denen für die Telekommunikationsindustrie wichtigen Lichtwellenleiterkabeln.

Laut ZVEI ist die Situation insgesamt für weite Teile der deutschen Kabelindustrie angespannt; eine schnelle Verbesserung der Situation sei nicht abzusehen.