Utech Technology Im Ganzen entwickeln

Das Werk von Utech in in Hunan

Die Zahl der Quarze wird über die kommenden fünf Jahre um 60 Prozent steigen. Um kräftig am Wachstum zu partizipieren, will Utech über Partnerschaften Subsysteme entwickeln, die weit über die Produktebene hinausgehen.

Markt&Technik: Wie differenziert sich Utech im Markt für Quarze und Oszillatoren?

Joey Zeng, Utech: Wir arbeiten eng mit Unternehmen auf den verschiedenen Wertschöpfungsstufen zusammen, von IC-Herstellern wie HiSilicon und Qualcomm über Eastsoft bis zu China State Grid und LG, um nur einige zu nennen. Kooperationen spielen für uns eine wesentliche Rolle.

Warum arbeitet Utech mit IC-Herstellern zusammen?

Gemeinsam können wir frequenzgebende Subsysteme entwickeln, mit deren Hilfe nicht wir uns von unserem, sondern die Systemhersteller sich auch von ihrem Wettbewerb differenzieren können. Das erfordert, dass wir von Anfang an am Designprozess mit dabei sind. Deshalb sehen wir uns nicht mehr nur als reiner Quarzhersteller, sondern als Kooperationspartner der IC-Hersteller, um die jeweils erforderlichen Subsysteme entwickeln und liefern zu können. Besonders über die Kooperation mit Hisilicon haben wir über die vergangenen Jahre wertvolle Erfahrungen gesammelt, um schon sehr früh mit dem Design starten und speziell auf die Anforderungen der jeweiligen Kunden zugeschnittene Quarz-Systeme entwickeln zu können.

Wo sehen Sie die wesentlichen technischen Trends?

Die wesentlichen technischen Trends für Quarze sind schnell aufgezählt: kleinere Bauformen, höhere Frequenzen und geringere Energieaufnahme. Zwar wird es immer schwieriger, die Quarze in noch kleinere Gehäuse unterzubringen, sie für höhere Frequenzen auszulegen und die Energiebedarfe noch weiter zu reduzieren. Doch es lohnt sich. Denn mit 5G, IoT und IoE wird die Zahl der Quarze über die kommenden fünf Jahre um geschätzt 60 Prozent steigen.

Also ist der Wachstumspfad klar vorgezeichnet?

Wir müssen die Prozesstechnik weiter vorantreiben, um die genannten technischen Anforderungen auch in Zukunft erfüllen zu können. Doch ein wachsender Markt zieht selbstverständlich eine Vielzahl an Unternehmen an, die ebenfalls davon profitieren wollen. Die Zahl der chinesischen Wettbewerber wächst deshalb stetig. Aus unserer Sicht genügt es deshalb nicht, künftig nur die Quarze selber anzubieten, sondern wir wollen die frequenzgebenden Systeme im Ganzen entwickeln. Dazu müssen wir von Anfang an eng mit den Herstellern der ICs und der Geräte zusammenarbeiten, um für jede Applikation das passende frequenzgebende Subsystem entwickeln zu können.

Können Sie Beispiele nennen?

Wir haben beispielsweise die neuen Quarze des Typs SMD2016-M4 (2,0 mm × 1,6 mm) entwickelt, die mit Frequenzen von 76.800, 80.000 und 96.000 MHz erhältlich sind und die wir mithilfe von Hisilicon und Qualcomm sowie deren Kunden entwickelt haben.

Auf welchen Märkten laufen derzeit weitere interessante Entwicklungen?

In China herrscht derzeit starkes Wachstum in den Sektoren Smart Grid und Ubiquitous Power Internet of Things (UPIOT). Auch in diesem Sektor bestehen Kooperationen mit den führenden IC-Herstellern wie Hisilicon, Eastsoft und HiTrentech, die PLC-Systeme entwickeln, die breiten Einsatz im Smart Metering finden, von Elektrizitätszählern über Wasserzähler bis zu Gaszählern und Wärmemessern. Im Bereich von NB-IoT werden gerade Typen in den Frequenzen 19.200 MHz, 26.000 MHz und 38.400 MHz nachgefragt. Für den Einsatz in Bluetooth kommt es vor allem auf kleine Bauformen an; die SMD1210-, SMD1612- und SMD2016-Typen entwickeln sich derzeit zu den Hauptprodukten.

An welchen Produkten arbeiten Sie derzeit?

Wir investieren vor allem in die Entwicklung von TCXOs und VCTXOs, wie sie in den Kommunikationsmärkten gebraucht werden. Insgesamt wollen wir, wie schon gesagt, von der Dynamik rund um 5G, IoT, IoE und KI profitieren. Das funktioniert nur, wenn wir nicht nur neue Produkte entwickeln, sondern über die Kooperationen mit Partnern die Anwender auf der Systemebene weltweit unterstützen können.

Seit wann arbeitet Utech mit quarzwerk in Deutschland zusammen?

Seit 2013, als quarzwerk gegründet wurde. Damals suchte das Startup nach Fertigungspartnern. Seitdem sind wir zusammen stark gewachsen.

Was sind die mit quarzwerk gemeinsamen Ziele für die Zukunft?

Wir können in Deutschland viel lernen, denn auch China entwickelt sich zu einer Wirtschaft, die durch vielfältige Industrieunternehmen gekennzeichnet ist. Deshalb bauen wir unsere Kooperation mit quarzwerk weiter aus, um eine Plattform zu entwickeln, auf deren Basis wir mehr und mehr Produkte entwickeln. Dazu ergänzen sich die deutschen und chinesischen Technologien und die Herangehensweisen sehr gut.