Skepsis überwiegt bei TTIP Harting übt Kritik an Freihandelsabkommen

Das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA, das Handelshemmnisse wie unterschiedliche Zulassungsvorschriften abschaffen soll, betrachtet Harting aus heutiger Sicht eher mit Skepsis. Das Unternehmen befürchtet eine einseitige Öffnung des Marktes.

Insbesondere der Steckverbinder-Markt ist geprägt von unterschiedlichen Standards und Zertifizierungen, die es je nach Region zu erfüllen gilt. Die Zulassung nach UL für den amerikanischen Markt ist gewissermaßen der Marktstandard. 

»Im Grunde ist es erforderlich, jeden Steckverbinder bzw. Steckverbinder-Einsatz nach UL-Regularien prüfen zu lassen, was sehr zeit- und kostenintensiv ist«, berichtet Andre Beneke, Director Product & Industry Segment Management von Harting Electric. »Je nach Produkt und Regelwerk werden die Zulassungen entweder in Europa oder in den USA beantragt und durchgeführt. Der Prozess dauert üblicherweise zwischen drei und neun Monaten«, führt Beneke von Harting weiter aus. »Die Kosten liegen dabei pro Produkt durchaus im fünfstelligen Euro-Bereich.«

Dass das angestrebte Freihandelsabkommen eine Veränderung zum Positiven für das Unternehmen bewirken wird, bezweifelt der Harting-Experte indessen: »So wie es heute aussieht, würde sich für uns und für die Vermarktung unserer Produkte in den USA keine wesentlichen Änderungen ergeben, weil die US-Bundesregierung keinerlei Einfluss auf das eher privatwirtschaftlich aufgestellte Normen- und Zulassungswerk hat. Umgekehrt hingegen würde Europa quasi den eigenen Markt komplett für die US-Industrie öffnen. Die doch nach den bisherigen Planungen einseitige Öffnung des europäischen Marktes kann nicht Ziel des Abkommens sein«, kritisiert der Harting-Experte.