Kundisch Gedruckte Elektronik mit Kupfertechnik in Folientastaturen

Mit gedruckter Elektronik lässt sich RFID direkt in Tastaturen integrieren, was den Kunden bei der Produktion ihrer Geräte zusätzliche Schritte spart.
Mit gedruckter Elektronik lässt sich RFID direkt in Tastaturen integrieren, was den Kunden bei der Produktion ihrer Geräte zusätzliche Schritte spart.

Kundisch hat den Funktionsumfang und die Möglichkeiten seiner Bedien-Panels ausgebaut und um Optionen wie etwa gekrümmte Oberflächen, Integration von RFID-Transpondern oder NFC-Siegel erweitert. Das Unternehmen setzt dabei als nach eigenen Angaben eines der ersten auf das Basismaterial Kupfer.

Besonders flach, flexibel, leitfähig und zugleich sparsam: Elektronische Komponenten müssen heutzutage hohen Anforderungen entsprechen. Traditionelle Elektronik allerdings stößt wegen ihrer Abmessungen und technischen Gegebenheiten schnell an ihre Grenzen. Eine Lösung, die die Kundisch GmbH in Villingen-Schwenningen als Hersteller von Folientastaturen und Touch-Systemen nun für sich entdeckt hat, ist gedruckte Elektronik mit Kupfertechnik.

Mit gedruckter Elektronik sind Bauelemente, Baugruppen und Anwendungen gemeint, die im Druckverfahren hergestellt werden. Statt Druckfarben kommen elektronische Funktionsmaterialien in flüssiger oder pastöser Form zum Einsatz. Die funktionale Tinte, in der auch Nanopartikel etwa aus Silber oder Kupfer enthalten sind, lässt sich sowohl auf Papier als auch auf Plastik drucken. Die Paste härtet bei 80 bis 150 Grad zu einer festen Schicht aus und bildet dabei leitfähige funktionale Schichten.

Breites Anwendungsspektrum

»Unsere verwendete Kupfertechnik hat eine höhere Leitfähigkeit als gedrucktes Silber«, erläutert Sebastian Gepp, Entwicklungsleiter für gedruckte Elektronik bei Kundisch. »Chemisch gesehen hat Silber zwar die höhere Leitfähigkeit, zermahlen in viele kleine Partikel und auf eine Folie gedruckt leitet es aber schlechter als das reine Kupfer, das bei uns Verwendung findet.« Kupfer ist klimatisch und mechanisch stabiler als Silber. »Wir benutzen beide Materialien auch gemeinsam, wenn es sich anbietet.« Entscheidend sind die gewünschte Qualität, der angestrebte Preis und der spätere Einsatz – die Haushaltsanwendung in Form einer Kaffeemaschine etwa stellt geringere Anforderungen als eine Tunnelbaumaschine. »In diesem breiten Spektrum kann Kundisch seine Produkte anbieten und an die Bedingungen anpassen.«

Im Gegensatz zur Leiterplattentechnik erlaubt die gedruckte Elektronik die Integration vieler Funktionen in flachen Bauteilen. »Große Flächen ab DIN A4 lassen sich zudem kostengünstiger herstellen als mit klassischer Technik«, betont Sebastian Gepp. Der Bedarf an funktionalen Tastaturen und Bedien-Panels ist groß – etwa für Bedienelemente medizinischer Geräte. Hinter der grafischen Ebene verbirgt sich meist eine flexible Folie, die mit elektronischen Druckfarben bedruckt ist. Die RFID-Sensorik etwa erlaubt die Kontrolle über die Funktionen der Maschine sowie die Beobachtung der Verbrauchsmaterialien wie Schläuche oder Spritzen. Jedes einzelne Produkt wird so kontrollierbar und digital identifizierbar. Medizinische Geräte, für die eine regelmäßige Reinigung verpflichtend ist, lassen sich über einen entsprechenden Status auf dem RFID-Chip für den nächsten Einsatz sperren oder auch freigeben. Ein Passwortschutz sorgt für Datensicherheit.