Kundisch Gedruckte Elektronik mit Kupfertechnik in Folientastaturen

Von RFID über NFC bis zu Heizungen integrieren

Mit der bereits in die Tastatur integrierten NFC-Schnittstelle bietet Kundisch seinen Kunden eine neue Form der Kommunikation. Sie beruht auf der Near-Field-Communication-Technik (NFC), mit der etwa ein Sensor über ein Smartphone ausgelesen werden kann. »Vor allem im Hinblick auf Industrie 4.0 und für Wartungsthemen ist das für unsere Kunden spannend«, führt Sebastian Gepp aus. »Der Service-Techniker kann sich über sein Telefon an der Maschine anmelden – und schon wird die Maschine in seine Landessprache eingestellt.« Ziel sei hier vor allem, dem Kunden Produktionsschritte zu ersparen, indem die Schnittstelle direkt in die Bedieneinheit verbaut ist.

Die Kupfertechnik etwa eröffnet die Chance, elektrische Bauteile wie LEDs einzubringen. Diese Komponenten werden gelötet, was nach Sebastian Gepp bei den Kunden gegenüber elektrischem Kleben bevorzugt werde. »Mit dem Löten entsteht eine beständigere Verbindung, die mechanisch und elektrisch mehr aushält und langlebiger ist.« Auch in den Bedieneinheiten integrierte E-Papers, deren Text über das Telefon geändert werden kann, sind bei Kundisch in Planung. Touch-Sensoren für gekrümmte Oberflächen sind ebenso wenig ein Problem wie besonders flache Bauformen für Kabel, Antennen oder Sensoren. »Die Vorteile der Technik zeigen sich auch in Anwendungen wie etwa der in Folientastaturen gedruckten Heizung«, verdeutlicht Sebastian Gepp. »In extremen Gebieten wie in Sibirien lässt sich einerseits die Funktion der Tastatur so sichern, andererseits ist es auch für den Anwender angenehmer, wenn das Bedienelement warm ist. Klassische elektrische Bauelemente wären wegen des Bauraums nur mit großen Anstrengungen zum Ziel gekommen.«

Zehn Stück oder 10 Millionen

Zur Herstellung werden meist konventionelle Verfahren eingesetzt wie etwa der Siebdruck mit einem Auftrag zwischen 3 und 200 µm – je nach Material und Werkzeug. Das Druckverfahren zeichnet sich obendrein durch eine große Vielseitigkeit und Materialvielfalt aus: »Von Wasserkonsistenz bis Nutella lässt sich alles drucken«, hebt Gepp hervor. »Siebdruck ist darüber hinaus für kleine und große Auflagen geeignet und hat geringe Werkzeugkosten.« Eine kleine Auflage von nur zehn Stück ist ebensowenig ein Problem wie eine große von 10 Millionen, der Herstellungsprozess ist derselbe. Beim Siebdruck wird die Funktionspaste durch ein feinmaschiges Gewebe in mehreren Schichten auf ein dünnes Trägermaterial aufgetragen. Die Schablone ist an den nötigen Stellen geschlossen, wodurch das gewünschte Druckbild entsteht.

Kundisch konnte hierfür größtenteils auf schon bestehende Maschinen zurückgreifen. »Einige Ergänzungen haben wir aber dennoch vorgenommen«, bemerkt Sebastian Gepp, »so haben wir etwa einen Reinraum geschaffen, um staubfrei und hygienisch arbeiten zu können, was für einige Produkte eine Grundvoraussetzung ist.« Außerdem habe an den Maschinen eine Feinabstimmung stattfinden müssen, damit sie noch genauer arbeiten können. »Gegenüber Folientastaturen, wie wir sie sonst herstellen, muss in der Elektronik einfach noch genauer gearbeitet werden. Wir haben deswegen in neue Laser- und Trocknungstechnik investiert und können unseren Kunden nun die Folientastatur der Zukunft anbieten.«