Lüftungskonzept für Event-Locations Events mit vielen Teilnehmern trotz Corona möglich

Die Vorstände Peter Fenkl (Ziehl-Abegg) und Dr. Michael Gordon (Motorwerk) besichtigen in luftiger Höhe im denkmalgeschützten Gebäude die Ventilatoren.
Die Vorstände Peter Fenkl (Ziehl-Abegg) und Dr. Michael Gordon (Motorwerk) besichtigen in luftiger Höhe im denkmalgeschützten Gebäude die Ventilatoren.

Ein ausgeklügeltes Lüftungskonzept ermöglicht es, dass 250 Menschen über Stunden Events in Hallen ohne Ansteckungsrisiko verfolgen können.

»Um die Gefahr von Corona-Ansteckungen durch Aerosole deutlich zu reduzieren, können wir die Luftqualität ohne Geräuschbelästigung massiv erhöhen«, freut sich Dr. Michael Gordon. Sein Unternehmen betreibt die Berliner Event-Location »Motorwerk«. Gelungen ist dies mit Hilfe einer besonderen Lüftungsanlage, die aus folgenden Komponenten besteht: acht Axialventilatoren von Ziehl-Abegg (ZN063-ZIL.DG.V7P2), vier HVLS Deckenventilatoren (High Volume Low Speed), acht CO2-Sensoren sowie ein einheitliches IP-basiertes Haussteuerungssystem von Loxone mit Steuerungssoftware von Smartflix.

Die Halle hat ein Luftvolumen von etwa 16.500 Kubikmeter. Jeder der eingebauten Axialventilatoren von Ziehl-Abegg bewegt bis zu 6.000 Kubikmeter Luft pro Stunde. Drei Ventilatoren werden zum Absaugen verwendet, fünf für die Zuluft. So kann der gesamte Luftinhalt des großen Gebäudes bis zu zwei Mal innerhalb einer Stunde komplett ausgetauscht werden. CO2-Sensoren überwachen bei einer Veranstaltung die Luftqualität und regeln die Ventilatoren. Deckenventilatoren sorgen für die Vermischung der Luft.

Damit können jetzt im »Motorwerk« – in dem vor der Corona-Pandemie über 1000 Menschen tagen und feiern konnten – wieder Veranstaltungen mit über 200 Personen stattfinden. »Jetzt stehen Abstände, Hygieneregeln und besonders die Luftqualität im Fokus«, erklärt Michael Gordon. »Letztlich waren es 250 Personen, die sich mehrere Stunden im Motorwerk aufhielten. Obwohl die Ventilatoren in unmittelbarer Nähe der Gäste liefen, waren sie nicht zu hören.«

Denn hier kommen die Ventilatoren von Ziehl-Abegg zum Einsatz, die praktisch geräuschlos laufen. Denn bei der Entwicklung der Ventilatorblätter haben sich die Ingenieure an den Flügeln von Eulen orientiert, die praktisch lautlos fliegen können. »Die bionischen Ventilatoren haben wir nach dem Vorbild er Natur auf den akustisch besten Stand optimiert«, sagt Peter Fenkl, der Vorstandsvorsitzende des Motoren- und Ventilatorenherstellers Ziehl-Abegg.

Dass die in Künzelsau ansässige Ziehl-Abegg ausgerechnet das »Motorwerk« in Berlin-Weißensee mit ihrer bionischen Ventilatortechnik ausstattet, freut ihn besonders. Denn hier wurde das Unternehmen vor mehr als 110 Jahren gegründet, in eben dieser Halle wurde gefertigt. Der Name »Motorwerk« erinnert noch heute daran.

Deshalb waren aber auch die Konzeption und bauliche Umsetzung nicht einfach, wie Michael Gordon erklärt. Denn das Gebäude steht unter Denkmalschutz. In Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde, der Ingenieurgemeinschaft Weißensee und Ziehl-Abegg gelang es, ein Gebäudetechnikkonzept zu entwickeln, das weder die Innen- noch die Außenansicht des Gebäudes verändert und gleichzeitig sehr dynamisch ist. 

Die Event-Location »Motorwerk« ist über Berlin hinaus bekannt. Hier haben schon Veranstaltungen wie Germany‘s next Topmodel und Neuwagenvorstellungen von Porsche und Daimler stattgefunden. Seit Beginn der Corona-Welle fanden im Motorwerk vor allem Streaming-Veranstaltungen (etwa mit Arbeitsminister Hubertus Heil) statt – allerdings auflagenbedingt stets mit sehr wenigen Teilnehmern. Im August 2020 gab es die erste Veranstaltung mit mehr als 200 Gästen.