Fela baut Portfolio an Eingabesystemen aus »Die Zukunft gehört dem Glas!«

Norbert Krütt, Geschäftsführer von Fela

Als hochwertige Alternative zur Folientastatur bietet der Leiterplattenhersteller Fela optisch ansprechende Eingabesysteme an, realisiert mit neuartigem Hinterglas-Druckverfahren und moderner Photolithographie. Wir haben mit Norbert Krütt, Geschäftsführer von Fela, über Design-Trends gesprochen.

Markt&Technik: Warum eignet sich Glas so gut als Basis für Ihre Eingabesysteme?
Norbert Krütt: In unserer Branche geht es immer mehr um Ästhetik. Glas als Material ist ein edler Ausgangsstoff, der auf gestalterischer Ebene nahezu unbegrenztes Potenzial bietet! Der anspruchsvolle Kunde von heute kauft nicht mehr einfach nur von der Stange; er verlangt nach einem individuellen und auf seine Bedürfnisse und Wünsche zugeschnittenen Produkt. Glas macht das möglich, von der Benutzeroberfläche über die Form bis hin zur Farbgestaltung und Bedruckung mit Logos, Fotos und sogar Piktogrammen.

Sie bieten die »Glastastaturen« als Alternative zur Folientastatur an. Lassen sich beide Systeme überhaupt miteinander vergleichen?
Wenn man sich auf das Design beschränkt, vergleicht man hier nicht Äpfel mit Birnen, sondern einen Polo mit einem Porsche. Es handelt sich aus meiner Sicht nicht nur um einen Trend, viel eher um die nächste Stufe auf der evolutionären Leiter der Eingabesysteme.

Wie haben sich die Ansprüche der Kunden in punkto Design in den vergangenen Jahren verändert?
Dem klassischen Schalter oder Taster kommt mehr Aufmerksamkeit als bisher zu. Interessanterweise bevorzugt der anspruchsvolle Kunde heute eher ein klassisches, puristisches Design – aufwändige Multifunktions-Touchpanel sind bei dieser Klientel nicht so gefragt.

Ihre Eingabesysteme bieten Sie unter dem Namen »Felam Glasline« an. Wollen Sie diese Produktlinie konsequent ausbauen?
Ja. Noch in diesem Jahr werden wir zum Beispiel zwei neue Produktsysteme auf den Markt bringen: Mit »Felam Glasline Fotodesign« haben wir ein Verfahren entwickelt, das dem herkömmlichen Digitaldruck weit überlegen ist. So können wir jede grafische Darstellung und jedes Foto in hoher Qualität abbilden. Sogar Aufträge und Musteranfragen, die ein Volumen von nur 1 Stück haben, lassen sich zu marktgerechten Preisen realisieren.

…und die zweite Neuerung?
Unter der Bezeichnung »Felam Macusline übertragen wir unsere bisher angewandte Technologie auch auf das Basismaterial Metall; die Sensoren reagieren wieder bei der Berührung der Oberfläche. Somit können wir die bisher übliche und anfällige Verwendung von Piezoelementen durch unsere patentierte dezente und zuverlässige Technologie ablösen. Das Potenzial der neuen Technik ist  – ähnlich wie bei Glas – sehr groß. Realisieren lassen sich Eingabesysteme aus Aluminium, Messing, Edelstahl und Gold für den anspruchsvollen Architektur- und Designbereich ebenso wie robuste Eingabesysteme für Produkte, die Vandalismus ausgesetzt sind.

Zielen Sie auch auf hygienisch sensible Bereiche wie die Medizinelektronik ab?
Absolut. Auf der electronica in München und der MEDICA in Düsseldorf werden wir als Jahres-Highlight eine vollautomatische, optische Desinfektion für unsere »Felam Glasline«-Produkte vorstellen. Dabei handelt sich um eine von Abnutzung und Verschleiß unabhängige Technologie, die auf der Basis im Glas integrierter Lichtdesinfektion arbeitet. Neben dem medizinischen Einsatzbereich bietet sich dieses Verfahren auch für Anwendungen im öffentlichen Bereich an.

Mit dem Geschäftsfeld Eingabesysteme hat sich ihr Unternehmen ein zweites Standbein neben der Leiterplattenproduktion aufgebaut, die in Deutschland hart umkämpft ist und wenig Wachstumspotenzial bietet. Ist die Strategie aufgegangen?
Gerade die klassischen Leiterplattenhersteller haben stark unter der Krise gelitten – einige Hersteller haben sie nicht überlebt. Unser Bereich der Eingabesysteme aus Glas hat sich 2009 erfreulicherweise gegenläufig zu den meisten Märkten entwickelt: In diesem Segment konnten wir unseren Umsatz im letzten Jahr mehr als verdoppeln. Und dieses Jahr hat sich der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr bereits verdreifacht.