WDI: Für jeden den passenden Quarz Der Lotse durch den Dschungel der Quarze und Oszillatoren

Christian Dunger, WDI

»Wegen der hohen Anzahl unserer Vertragslieferanten 
können wir uns auf die echten Kernkompetenzen der von 
uns angebotenen Hersteller 
konzentrieren. Das erlaubt es uns, neutral und anwendungs-
orientiert zu beraten.«
Christian Dunger, WDI »Wegen der hohen Anzahl unserer Vertragslieferanten können wir uns auf die echten Kernkompetenzen der von uns angebotenen Hersteller konzentrieren. Damit verfolgen wir in Europa ein einmaliges Konzept im Sektor der Frequency-Control-Produkte.«

Viele Hersteller vertreten, dem Kunden das passende Produkt selektieren und ihn beim Design-in unterstützen - die WDI-Strategie erklärt Christian Dunger gegenüber Markt&Technik.

»Keine Revolution, aber kontinuierliche Verbesserungen und Optimierungen in allen Bereichen«, das ist das Fazit, das Christian Dunger, Vorstandsvorsitzender von WDI, zur technischen Entwicklung auf dem Gebiet der Quarze und Oszillatoren zieht. Miniaturisierung ist eines der beherrschenden Themen. Doch es gelingt den Herstellern und den Veredlern der Produkte immer wieder, auch die weiteren Parameter wie die Stabilität, Phasenrauschen, Schock und Vibrationsempfindlichkeit in Bereiche zu treiben, die noch vor wenigen Jahren kaum möglich schienen.

Evolution statt Revolution eben. Aber hatte auf dem Gebiet der Quarze und Oszillatoren nicht über die vergangenen Jahre doch eine technische Revolution stattgefunden? Schon bei der Frage muss Christian Dunger ein wenig schmunzeln, denn er kann sich vorstellen, worauf sie hinausläuft: MEMS-basierte Produkte. »Die Revolution fand vor allem in den Medien statt.« Denn unter dem Eindruck, dass sich traditionelle quarzbasierte Produkte nach jahrzehntelangen Fortschritten wohl kaum noch wesentlich verbessern ließen, trauten nicht wenige Experten der MEMS-Technik zu, endlich mal wieder einen echten Technologiesprung zu bringen. Die breitere Öffentlichkeit hatte ihr Thema gefunden, das die Diskussion über Jahre beherrschte.

»Selbstverständlich haben die MEMS-basierten Oszillatoren ihre Berechtigung und auch wir bieten sie an«, erklärt Dunger. Sie könnten auch durch einige sehr interessante Werte glänzen, beispielsweise sind sie sehr unempfindlich gegenüber Schock und Vibrationen, sogar bis zu 100.000g können sie überstehen. Doch Dunger relativiert: »Was nützt das dem Anwender, wenn sich inzwischen der Rest der Platine in Staub aufgelöst hat?« Die Werte seien also für sich betrachtet mit Vorsicht zu genießen. Auch wenn die verbleibenden Hersteller von MEMS-Taktgebern ihrerseits ihre Produkte kontinuierlich verbessern, so machen die MEMS am Gesamtmarkt derzeit einen Anteil von unter 1 Prozent aus. Von einer Revolution zu sprechen klänge in Anbetracht der nüchternen Zahlen doch etwas übertrieben.

Wo die Musik wirklich spielt

Die Musik spiele also nach wie vor auf dem Gebiet der guten alten Quarze und Quarzoszillatoren; hier gebe es eine Menge zu tun, denn der Teufel stecke im Detail. Anders als bei den bekannten Standardprodukten gebe es eben für Quarze und Quarzoszillatoren eine Vielzahl der unterschiedlichsten Anwendungen und Einsatzfälle, alle mit ihren eigenen, ganz spezifischen Anforderungen. Deshalb sei auch die Produktvielfalt, die fast unüberschaubare Anzahl verschiedener Typen durchaus gerechtfertigt.

Und deshalb könnte nicht jeder Hersteller auf allen Gebieten gleich gut sein, selbst die Größten hätten sich auf bestimmte Schwerpunkte spezialisiert. Oftmals wird das eigene Produktportfolio durch Zukaufprodukte ergänzt, um ein möglichst komplettes Sortiment vorhalten zu können. Viele kleinere Hersteller hingegen haben sich auf sehr spezifische Produkte konzentriert, bei denen sie echten technologischen Mehrwert bieten könnten.