Industrielle Kabel von Lapp Der Alleskönner im Normendickicht

Die Ölflex Servo FD 7TCE erfüllt alle wichtigen Normen sowohl in Europa als auch in den USA. Sie eignet sich für die statische Verlegung ebenso wie für den bewegten Einsatz in Schleppketten mit mittleren bis erhöhten Verfahrwegen und Beschleunigungen.

Der nordamerikanische Markt ist kompliziert – vor allem bei den Normen. Um vor Überraschungen geschützt zu sein, sollten Maschinenbauer auf Komponenten setzen, die dort zugelassen bzw. gelistet sind – wie die Ölflex Servo FD 7TCE von Lapp.

Das kommt gar nicht so selten vor: Die Techniker eines deutschen Maschinenbauers stehen in einer US-amerikanischen Fabrikhalle und wollen eine neue Maschine verkabeln und in Betrieb nehmen. Doch dann kommt der Sheriff des Countys und sagt: „No“. Nach langer Diskussion stellt sich heraus, dass die verwendeten Kabel zwar in Europa zugelassen sind, aber die Zulassung oder das Listing, auf die der lokale Sheriff Wert legt, nicht haben. Dann werden hektisch passende Kabel gesucht, die zwar zugelassen, aber vielleicht technisch nicht so gut sind – Hauptsache der Sheriff ist zufrieden, der mit seinem Ermessenspielraum für manche böse Überraschung sorgen kann.

Solche Situationen lassen sich vermeiden, wenn man von vornherein Kabel verwendet, die sowohl alle US-Normen erfüllen, als auch technisch einwandfrei sind. Dieser Spagat ist gar nicht so leicht zu schaffen. Gelungen ist das bei der Ölflex Servo FD 7TCE von Lapp, einer neuen Leitung aus der Core-Line-Performance-Klasse von Lapp. Sie erfüllt alle wichtigen Normen sowohl in Europa als auch in den USA. Für die statische Verlegung eignet sie sich ebenso wie für den bewegten Einsatz in Schleppketten mit mittleren bis erhöhten Verfahrwegen und Beschleunigungen. Außerdem ist sie flammwidrig und ölbeständig.

UL und CSA sind Maß der Dinge

Vor allem das Erfüllen verschiedener Anwendungsnormen bereitet Maschinenbauern, die in die USA und Kanada exportieren, Kopfschmerzen, wenn Leitungen nicht nach UL bzw. CSA (Underwriters Laboratory, Canadian Standards Association) gelistet sind. Ein Ausweg sind Leitungen AWM-Style (Appliance-Wiring-Material) gemäß UL 758, einer Richtlinie, die größere Freiheiten lässt. Allerdings dürfen diese Leitungen nicht beim Kunden vor Ort auf amerikanischem Boden eingebaut bzw. auf Kabelpritschen verlegt werden, dies muss unter Umständen bereits beim Hersteller der Maschine, zum Beispiel in Europa, geschehen, was für größere Anlagen keine Option ist.

Wer sich im Normendickicht auskennt, findet für alle Herausforderungen eine Lösung. Doch das ist aufwändig, denn die Materie ist komplex. Beispiel Kabelmantel: Viele höherwertige Leitungen in Europa werden mit kerbfestem und ölbeständigem Polyurethan ummantelt und unter technischen Gesichtspunkten würde es auch US-amerikanischen Ansprüchen genügen – wenn nicht die Normung einen Strich durch die Rechnung machen würde. Die berücksichtigt PUR nämlich gar nicht zur Verwendung für UL- oder CSA-gelistete Leitungen. Für Kabelhersteller wie Lapp bedeutet das, dass die Entwickler materialtechnisch einen Umweg gehen müssen. Dank einer Sondermischung eines thermoplastischen Elastomers erfüllt die Ölflex Servo FD 7TCE gängige Richtlinien und Standards für gelistete Leitungsprodukte.

Material-Lotterie

Auch für die Isolierung der Adern mussten sich die Entwickler von Lapp etwas Neues einfallen lassen. Gelistete Leitungen zur Verlegung auf der Kabelpritsche oder Verwendung in der Industriemaschine haben in den USA oft eine Isolierung aus PVC, die mit einer dünnen Schicht aus Nylon überzogen ist, um die Ölbeständigkeit zu erhöhen. PVC ist im Brandfall zwar selbstverlöschend, bildet aber wegen seines hohen Chlor-Gehalts ätzende Dämpfe und in Verbindung mit Löschwasser korrosive Salzsäure. Zudem zählt PVC nicht gerade zu den Materialien mit den besten Isolationseigenschaften. Die schlechteren elektrischen Eigenschaften führen dazu, dass solche Leitungen keine zu großen Distanzen verlustfrei überbrücken können. Deshalb kommt es in größeren Anlagen in den USA mitunter vor, dass PVC-Nylon-isolierte Leitungen, die aus der Kabelpritsche kommen, auf ihrem weiteren Weg zum Antrieb etwa über eine Energiekette auf eine kapazitätsärmere AWM-Leitung mit entsprechender Aderisolation umgesteckt werden müssen – obwohl diese eigentlich nicht für die Vor-Ort-Verkabelung zugelassen ist.