Spezielle Gehäuse für sicherheitsrelevante Anwendungen Brandschutz: Ein Blick auf die Details lohnt sich!

Thomas Eglof, häwa: »Bauaufsichtlich zugelassene Brandschutzgehäuse taugen nicht zwangsweise auch als Umhausung von elektrischen Anlagen oder Verteilungen. Diesbezüglich sind auch andere Eigenschaften wie Vandalenschutz und Ähnliches zu berücksichtigen.«
Thomas Eglof, häwa: »Bauaufsichtlich zugelassene Brandschutzgehäuse taugen nicht zwangsweise auch als Umhausung von elektrischen Anlagen oder Verteilungen. Diesbezüglich sind auch andere Eigenschaften wie Vandalenschutz und Ähnliches zu berücksichtigen.«

Der Beratungsbedarf bei Brandschutzgehäusen ist generell hoch. Denn nicht nur die Vorgaben des Brandschutzes und Baurechts spielen eine wichtige Rolle, sondern ebenso die grundlegenden Anforderungen der Elektrotechnik. »Die Gehäuse müssen sich auch im Normalbetrieb der elektrischen Anlage oder Verteilung unter verschiedenen Umgebungsbedingungen bewähren«, verdeutlicht Thomas Eglof von häwa. Und diesbezüglich sieht der Produktmanager durchaus noch Entwicklungspotenzial am Markt.

Markt&Technik: Was sind die wesentlichen Merkmale von Brandschutzgehäusen?

Thomas Eglof, häwa: Beim vorbeugenden Brandschutz und Schutz von elektrischen Anlagen kommt der Umhausung von Verteilungen und Steuerungen erhebliche Bedeutung zu. Erstens garantieren die Umhausungen - also die Leergehäuse - im Falle eines Brandes der elektrischen Anlage einen rauchfreien Fluchtweg. Und zweitens schützen sie durch spezielle Dämmungen die sicherheitsrelevanten elektrischen Anlagen vor dem Funktionsausfall.

Ist durch die bauaufsichtlichen Regelungen und die Normung gewährleistet, dass alle Brandschutzgehäuse am Markt auch ausreichend »sicher« sind? Oder müssen Fachplaner, Architekten und Elektroinstallateure das Thema kritischer betrachten?

Je nach Blickwinkel, ob Baurecht oder Elektrotechnik, gewährleisten die entsprechenden Normen ausreichend Sicherheit für die Produkte, auf die sie anwendbar sind. Das bedeutet aber nicht, dass bauaufsichtlich zugelassene Brandschutzgehäuse auch als Umhausung von elektrischen Anlagen oder Verteilungen taugen!

Können Sie das konkretisieren?

Erkennbar wird das zum Beispiel beim Vergleich der erlaubten Temperaturerhöhung. Die Brandschutznorm sieht bei Brand innerhalb des geforderten Zeitraums von 30 oder 90 Minuten eine Erhöhung um 140 K vor; die DIN EN 61439-1 beschreibt dagegen eine Dauerbetriebstemperatur von absoluten +55 °C und für eine bestimmte Zeitdauer Grenzübertemperaturen bis +75 °C. Wer sich als Erbauer von elektrischen Anlagen für Brandschutzanwendungen lediglich nach der bauaufsichtlichen Zulassung der Umhausung richtet, kann also nicht sicher sein, dass das Brandschutzleergehäuse für seinen Anwendungsfall ausreichend sicher oder geeignet ist. Neben den Brandschutzeigenschaften muss sich die Umhausung auch im Normalbetrieb der elektrischen Anlage oder Verteilung bewähren und den Anforderungen am Aufstellort genügen, wie etwa spezifischen Umweltbedingungen oder auch Vandalismus.

Wie unterscheiden sich die Brandschutzgehäuse von häwa von denen am Markt gängigen Varianten?

Die heute am Markt weit verbreiteten Brandschutzleergehäuse bestehen in der Regel aus mehrschichtigen Brandschutzplatten-Systemen, bei denen die Außenseite - meist dekorativ - beschichtet ist. Gehäuse dieser Machart sind nur für die Innenaufstellung in trockener Umgebung geeignet. Um genügend Standfestigkeit zu erreichen, werden hochverdichtete Platten mit Raumgewichten von größer als 1200 kg/m³ verwendet. Dadurch wiegt allein eine Türe mit der Abmessung von 1000 x 1000 mm und einer Wandstärke von 50 mm - ausreichend für eine Feuerwiderstandsdauer von 30 Minuten - mindestens 60 kg! Das verlangt zum Beispiel denen in die Platten geschraubten Befestigungen der Beschlagteile einiges ab - man denke nur an die Erschütterungen beim Transport bis an den Aufstellort.

Die Befestigung an eine Wand, der Innenaufbau oder die Kabeleinführung wird immer durch Bohrungen direkt in die Branddämmung ausgeführt. Eine Nachbelegung der in der Dämmung vorgestanzten Öffnungen zur Kabeleinführung ist schwer möglich. Auch sind die Kabelabkühlräume wegen des Plattengewichts nicht im Gehäuse integriert, sondern werden zusätzlich angeflanscht. Des Weiteren bergen Beschädigungen an der zugänglichen äußeren Platte das Risiko der Fehlfunktion der Dämmung. Eine eventuell notwendige Zwangsbelüftung ist nur mit An- oder Aufbauten und sehr hohem Aufwand rauchgasdicht herzustellen.
Die Brandschutzgehäuse von häwa sind dagegen in der Außenhülle komplett aus hochwertigem Stahl gefertigt. Den IP-Schutz gewährleistet eine PU-Dichtung.

Welche Vorteile ergeben sich durch diesen Aufbau?

Bei den häwa-Gehäusen ist die Brandschutzdämmung keinen Umwelteinflüssen ausgesetzt; sie ist rein nach den Gesichtspunkten eines optimalen Dämmverhaltens und eines geringen Raumgewichts konstruiert. Ein zwischen Stahlblech und Branddämmung konstruktiver Spalt dient in erster Linie dazu, mechanische Schäden an der Dämmung zu verhindern, ist aber tief genug, um die patentierte technische Belüftung mit Kaltraucherkennung aufzunehmen. Weder die Wandbefestigung noch die Kabeleinführung oder die Inneneinbauten belasten die Branddämmung mechanisch. Die Kabeleinführung wird als belegbare Fläche definiert. Sowohl Lage, Durchmesser oder Nachbelegung von Kabeln sind flexibel gestaltbar, integrierte Kabelabkühlräume sind Standard.