Developers Lounge auf der electronica »Wir wollen die Entwickler-Community auf die Messe bringen«

Georg Steinberger, Avnet

»Für uns ist dieses Engagement eine schöne Möglichkeit, etwas Nachhaltiges zu bewegen. Wir glauben, dass Avnet als großes und führendes Unternehmen eine Verantwortung hat – wir nennen das Corporate Social Responsibility. Und im Rahmen dessen möchten wir nun auf der electronica dafür sorgen, dass Not Impossible auch in Europa bekannter wird.«
Georg Steinberger, Avnet: »Für uns ist dieses Engagement eine schöne Möglichkeit, etwas Nachhaltiges zu bewegen. Wir glauben, dass Avnet als großes und führendes Unternehmen eine Verantwortung hat – wir nennen das Corporate Social Responsibility. Und im Rahmen dessen möchten wir nun auf der electronica dafür sorgen, dass Not Impossible auch in Europa bekannter wird.«

In der Developers Lounge in Halle C6 findet auf der electronica real das statt, was sonst in Communities virtuell vonstatten geht: der lebendige Austausch unter Entwicklern; initiiert von Avnet mit seinen Communities element14 und Hackster.io. Dazu Georg Steinberger, Avnets VP Communications EMEA.

Markt&Technik: Wie kam die Idee für die Developers Lounge auf der electronica zustande?

Georg Steinberger: Wir haben in den letzten beiden Jahren diverse Akquisitionen getätigt, um unser Ökosystem auszubauen. Der Ansatz dahinter ist, dass wir unseren Kunden über dieses Ökosystem verständlich machen wollen, was in der Elektronikwelt passiert, und sie über den gesamten Produktlebenszyklus als Dienstleister unterstützen können. Zu eben diesem Ökosystem gehören auch unsere beiden großen Communities element14 und Hackster.io.

Und damit komme ich zu Ihrer Frage, wie die Developers Lounge entstanden ist: Die Idee ist, kurz gesagt, von der Community für die Community entstanden. Wir haben die Community-Mitglieder befragt, ob und wie sie sich eine interaktive Plattform auf der electronica vorstellen können, und das Ergebnis ist die Developers Lounge, in der wir die Entwickler-Community auf die Messe bringen möchten. Wir wollen, dass Entwicklung wieder auf der electronica stattfindet, und wollen Community-Mitglieder mit anderen zusammenzubringen. Wir möchten ihnen eine Plattform bieten, wo sie an interessanten Tutorials teilnehmen und sich untereinander austauschen können.

Die Präsentation der Developers Lounge ist ja recht pragmatisch – ohne großen Schnickschnack und ohne Werbung.

Ja, genau. Das war die Absicht. Marketing hat hier keinen Platz. Eine Community will sich werbefrei austauschen. Diesen Ansatz verfolgen wir auch konsequent mit unseren beiden Communities element14 und Hackster.io. Avnet ist der wohlwollende Mentor der Communities, aber ansonsten treten wir hier eher in den Hintergrund. So halten wir das auch in der Developers Lounge.

Und die Monetarisierung? Oder anders gefragt: Wo liegt der ROI dahinter?

Die Monetarisierung ist dabei erst einmal zweitrangig. Die nachhaltige Community ist uns wichtiger als der kurzfristige Bestell-Erfolg. Der kommt von ganz alleine, wenn die Community-Mitglieder Interesse haben, ein Produkt zu kaufen. Aber das ist letztlich deren Entscheidung. Wir zwingen niemanden, über die Communities durch die Hintertüre etwas zu kaufen.

Aber zu Ihrer Frage nach dem ROI: Es gibt für uns eine Menge Bereiche, wo wir Kunden unterstützen können, und wir sind der Meinung, dass die Community eine große Rolle spielt in der Ideenfindung – nicht nur bei den Bastlern und Startups, sondern auch bei etablierten großen Firmen. Wir haben mit Hackster.io und element14 zwei sehr starke Communities mit insgesamt über eine Million Mitglieder.

Communities sind sozusagen im Trend – woran liegt das Ihrer Meinung nach? Was macht das Besondere einer Community aus?

Man kann sich neutral über Projekte und Erfahrungen austauschen, und zwar ohne dass man befürchten muss, dass es zu wettbewerbsrechtlichen Problemen kommt. Die Communities sind also wunderbar für Entwickler geeignet, um sich tiefgreifend zu informieren und über Design und Konzeption ihres Produktes klar zu werden. Wir denken, dass Demand-Creation damit auf eine ganz neue Weise stattfindet.

Ist die klassische Demand-Creation, wie wir sie seit Jahrzehnten kennen, damit obsolet?

Nein, das ist nicht schwarz/weiß zu sehen, sondern komplementär. Man muss als Distributor nach wie vor seine Produkte auf klassische Weise promoten und seine technischen Ressourcen darauf ausrichten. Aber ergänzend dazu verfolgen wir natürlich, was in den Communities diskutiert wird, und sehen die Community als deutliche Bereicherung für den Demand-Creation-Bereich.

Was sind die Top-Diskussionspunkte in der Community?

Wenn wir uns zum Beispiel die Top 10 auf Hackster.Io ansehen, bewegen sich die meist diskutierten Themen rund um künstliche Intelligenz, Sensorik und IoT.

Neben dem informellen Austausch bietet die Lounge ein interessantes Rahmenprogramm. Was sind die Highlights?

Die Lounge ist ein lockerer Treffpunkt, und es gibt flankierend täglich technische Tutorials und drei Keynotes sowie eine Panel-Diskussion. Daneben haben wir zwei kleine Kinosäle, in denen wir in Schulklassenstärke Filme zeigen.
Bestandteil der Lounge ist darüber hinaus eine Ausstellung zu Elektriker ohne Grenzen, die dort ihre Projekte präsentieren können. – Dabei handelt es sich um karitative Projekte in der Dritten Welt, wo die Elektriker ohne Grenzen dabei helfen, Infrastrukturen aufzubauen, wie etwa in Vietnam. Dort haben sie dabei unterstützt, Dörfer zu elektrifizieren.

Besondere Programm-Highlights sind aber unsere Keynotes, die von Dienstag bis Donnerstag stattfinden.