Interview mit Mouser EMEA »Wir sind digital mit Human Touch«

Erfolgsversprechende Markttrends

Welche Konsequenzen erwarten Sie durch den Brexit für Ihre Kunden und Mouser?

Maggs: Welches Problem der Kunde dadurch auch immer hat, wir werden ihn vollends unterstützen und reagieren auf den Brexit, wenn es soweit ist.

Was sind aus Ihrer Sicht die erfolgsversprechendsten Markttrends?

Maggs: Die größte Herausforderung der nächsten Jahre ist meines Erachtens 5G. 5G wird in vielen Bereichen eingesetzt und überall gebraucht werden. Das wird sicher sehr spannend und vom Design-Gesichtspunkt aus betrachtet ein riesiger Hype werden. Aber das ist natürlich nicht der einzige Trend – wir bewegen uns in einem Markt, der voller neuer Möglichkeiten steckt. Auch rund um die künstliche Intelligenz wird sich in den nächsten Jahren noch einiges tun.

Welchen Stellenwert nimmt Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit bei Mouser ein? Viele Kunden sehen dies inzwischen als wichtiges Kriterium für ihre Lieferanten an.

Ducharme: Mouser setzt sich sorgfältig mit den Umweltproblemen auseinander, mit denen die Elektronikindustrie und unsere Kunden konfrontiert werden. Unser Umweltprojekt beinhaltet nicht nur Verpackungsabfälle, die Verwendung bleifreier Materialien, sondern auch die Einhaltung der Richtlinien RoHS und WEEE sowie die ordnunsgemäße Entsorgung von Batterien und Chemikalien.

Als Distributor von Halbleitern und elektronischen Komponenten setzen wir natürlich alles daran, die Umweltauswirkungen der von uns vertriebenen Produkte angemessen zu identifizieren. Durch die zertifizierte Dokumentierung unserer Lieferanten wird eine präzise und rückführbare Identifikation unserer Artikel ermöglicht. Es sind aber auch die kleinen Dinge, die zählen. Unsere Mitarbeiter arbeiten zu 99,9 % papierlos. 99,9 Prozent, da es Ausnahmen gibt, für die ein Blatt Papier leider auch heutzutage noch unerlässlich ist. Nichtsdestotrotz – die Stringenz unserer Teams ist beachtlich. Darüber hinaus werden wir auch dieses Jahr wieder auf gedruckte Weihnachtskarten verzichten und dafür spenden.

Große OEMs wollen ihren Einkauf weiter oder sogar ganz digitalisieren. Wie nehmen Sie diese Entwicklung wahr?

Ducharme: Der Anteil an eProcurement, EDI oder API Channels wächst auch bei uns. Aber es dauert natürlich immer seine Zeit, das für einen Kunden aufzusetzen. Wir erweitern den Anteil an eProcurement pro Monat um etwa 10 bis 20 Prozent. Andererseits muss man auch feststellen: Für Einzel-Produktbestellungen ist eProcurement nicht unbedingt der richtige Weg.

Welche Möglichkeiten hat der Kunde bei Mouser für den digitalen Einkauf?

Ducharme: Wie schon gesagt, wir bieten APIs und EDI-Anbindungen. Darüber hinaus offerieren wir Tools wie „EZ Buy“, eine Software, mit der der Kunde seine BOM verwalten kann. Auch das hilft den Kunden dabei, ihren Einkaufsprozess weiter zu digitalisieren.