Beruhigung ja, Stagnation nein! »Wir sind auf dem besten Weg, einen Abschwung herbeizureden!«

Markus Krieg, Rutronik: "Egal wo wir sind, wir können die Prozesse überall beobachten und gestalten."
Markus Krieg, Rutronik: "Egal wo wir sind, wir können die Prozesse überall beobachten und gestalten."

Die Euphorie ist zu Ende, die Kunden sind zurückhaltender geworden, und die Prognosen für 2012 versprechen keine Rekordergebnisse mehr. Aber das ist weniger die Konsequenz aus der turbulenten Finanzmarktsituation, sondern eher eine normale Marktberuhigung nach einer Hoch-Phase, so das Fazit der von Markt& Technik zum Thema »Finanzkrise« befragten Distributoren.

»Wir sehen eine marktbedingte Beruhigung, die alle erwartet haben. Aber wir sind auf dem besten Weg, einen Abschwung herbeizureden«, erklärt Michael Knappmann, Regional Vice President von Avnet Abacus Central Europe. »Könnten sich alle Unternehmen von der Euro-Angst lösen, gäbe es auch weitere Wachstumsimpulse aus der Wirtschaft«, ist auch Markus Krieg überzeugt, Geschäftsführer Marketing von Rutronik. Auch wenn das laufende Geschäftsjahr bei allen befragten Distributoren positiv stimmt: Einen leichten Abschwung im dritten bzw. spätestens vierten Quartal spüren die meisten.

Das Ergebnis für 2011 wird aber für die Distributoren durchweg »respektabel« und »solide« ausfallen, daran lassen die Befragten keinen Zweifel. Allerdings spüren die Distributoren auch, dass sich selbst bei Kunden mit prall gefüllten Auftragsbüchern wegen der Diskussionen um eine weltweite Finanzkrise zunehmend Unsicherheit breit macht. »Vielen sitzt der Schock der letzten Krise noch immer tief in den Knochen.

Manche sahen sich damals mit Auftragsstornierungen von 50 und mehr Prozent konfrontiert. In diese Falle will natürlich niemand mehr laufen«, bringt es Thomas Klein, CEO Distribution von MSC-Gleichmann, auf den Punkt.

Wie stark  ein Distributor die Auswirkungen der aktuellen Finanzmarktsituation zu spüren bekommt, hängt vor allem von seinem Kundenspektrum ab. So ist beispielsweise der Katalogdistributor Schukat sehr breit aufgestellt vom Maschinenbau über die Medizinelektronik bis hin zu EMS. »Jede dieser Branchen reagiert auf die aktuellen Nachrichten anders«, gibt Geschäftsführer Bert Schukat zu bedenken. Demnach ist auch der Auftragseingang bei Schukat nach einem leichten Abschwung im August aktuell wieder auf einem hohen Niveau, der interne Book-to-Bill-Wert lag im September schon wieder deutlich über 1, wie der Firmenchef erklärt.