Future Electronics „Wir leben das Beste aus zwei Welten!“

Future hat die meisten Investitionen in den letzten Jahren in Deutschland und Zentraleuropa getätigt; so etwa im neuen Logistik Center in Leipzig.

Mit 51 Jahren zählt die privat geführte Future Electronics zu den ältesten Distributoren weltweit. Was zeichnet Future aus? Der globale Ansatz, langfristiges Denken und organisches Wachstum.

So bringt es Karim Yasmine, Corporate Vice President of Strategic Supplier Development von Future im Markt&Technik-Exklusivinterview auf den Punkt.

Markt&Technik: Herr Yasmine, können Sie in zwei Sätzen zusammenfassen, was Future auszeichnet?

Karim Yasmine: Die Industrie hat sich in den letzten 50 Jahren sehr stark verändert; wir sind dabei in den letzten 50 Jahren global fast ausschließlich oganisch gewachsen und dabei nach wie vor ein privat geführtes Familienuntenehmen. Das macht uns sicherlich einzigartig.

Future agiert – wie viele Distributoren heutzutage – global. Was macht ein globales Unternehmen aus Ihrer Sicht aus?

Wir behaupten nicht nur, dass wir global sind, sondern wir sind global. Man kann in jedem Land der Welt präsent sein, ohne wirklich global zu sein. Wir haben 70 Büros weltweit und verfügen über ein IT- und CRM-System, haben ein und denselben Service-Level weltweit ausgerollt und wir können Designs global nachverfolgen. Vor 51 Jahren wusste noch niemand, wie global die Welt heute sein würde. Aber unser Gründer Robert Miller hatte damals schon die Vision, dass wir Lagerbestand weltweit hin und her transferieren können sollten, und hat das umgesetzt.

Welchen Stellenwert nimmt die Regionalität bei Future ein?

Wir sind global, aber gleichzeitig sind wir auch sehr regional aufgestellt: Wir betreiben regionale Hubs und haben ein regionales Management. Wir leben also das Beste aus zwei Welten. Unsere regionalen Teams sind die Engine unserer gobalen Organisation mit lokalen Ansprechpartnern, die unsere Kunden vor Ort in Landessprache betreuen.

Legen die Hersteller Ihrer Ansicht nach besonderen Wert darauf, dass ihre Distributoren global aufgestellt sind?

Unsere Hersteller sind inzwischen auch zum größten Teil sehr global aufgestellt. Einst kleinere Hersteller sind heute meist Teil von großen Unternehmen. Und sie legen großen Wert darauf, weltweit mit ihren Distributoren dieselbe Erfahrung zu machen, und wollen nicht in jeder Region den Eindruck haben, dass sie es mit einer jeweils anderen Firma zu tun haben.

Können Sie beispielsweise Produkte aus dem Lager von Singapur nach Leipzig transferieren?

Ja. Es ist sehr einfach möglich, Produkte weltweit zu transferiereren. Unser Inventory ist in Echtzeit sichtbar. Speziell vor dem Hintergrund der turbulenten Zollpolitik ist das ein großer Vorteil für unsere Kunden außerhalb der USA: Wir können auf diese Weise diese Kunden aus Singapur oder Leipzig direkt bedienen.

Schränken die Herstellervereinbarungen dies nicht zum Teil ein?

Wir richten uns natürlich nach den Policies unserer Hersteller. Aber die Mehrheit der Hersteller hat kein Problem damit. Einige erlauben das nicht von vorne herein, sondern wollen, dass wir eine dedizierte Genehmigung einholen. Das respektieren wir selbstverständlich. Wir haben über 1000 Mitarbeiter im Produktmarketing weltweit. Diese Mitarbeiter sind eng mit den ihnen zugeordneten Herstellern in Kontakt und kümmern sich auch um solche Fragen. Unser Mindset ist: Wir wollen eine Erweiterung unserer Herstellerpartner sein und wie ein Hersteller bei den Kunden wahrgenommen werden.

Wie hoch ist Ihr Investment in den Lagerbestand?

Zahlen geben wir nicht preis. Wir investieren unseren Profit in unsere Kunden. Dadurch, dass wir privat sind, können wir viel mehr in unseren Lagerbestand investieren als börsennotierte Firmen. Inventory ist für uns ein Asset.