Smart Meter als Wachstumstreiber für die Distribution »Wir fokussieren uns als Systemanbieter auf die komplette Anwendung«

Die technischen Herausforderungen liegen bei der Kommunikationstechnik

Auf der Komponenteseite sieht Kleinitz keine besonderen Herausforderungen beim Design-In einer Smart Meter Applikation: Die meisten Hersteller haben inzwischen energieeffiziente Low Power Halbleiter im Programm, die sich für den Einsatz im Smart Meter eignen. »Ich würde daher nicht sagen, dass sich der eine oder andere Hersteller besser eignet, es kommt immer auf die einzelne Smart Meter Anwendung an, beispielsweise welchen Controller wir empfehlen.« Ob ein 8,16 oder 32 Bit Controller zum Einsatz kommt, hängt im Wesentlichen neben dem Budgetrahmen des Designs von der Komplexität der Kommunikation ab. Einige De-facto-Standards haben sich inzwischen etabliert, wie 32-Bit-Controller mit Cortex-M3-Architektur bei Polyphase-E-Meters und einem Stromverbrauch von maximal 4 W beim EDL-21 (Norm Smart Meter). Dieser Wert wurde von den Energieversorgern als Schwellenwert definiert, bis zu dem der Stromverbrauch des E-Meters zu Lasten der Energieversorger geht. Ab 4W zahlt der Kunde den Strom, den sein Stromzähler verbraucht, selbst. 

Die technische Herausforderung liegt vielmehr – und darin sind sich alle Befragten Distributoren einig – in der Realisierung der Zwei-Wege-Kommunikation zwischen dem Smart Metering System und den Marktpartnern. Und besonders hier kommen die Unterschiede zwischen den einzelnen europäischen Ländern deutlich zum Tragen. Zwar gibt es auf europäischer Ebene einige Standardisierungsbemühungen wie Openmeter oder die Initiative M441, aber dass es europaweit einen Kommunikations-Standard für Smart Meter geben wird, glaubt Kleinitz – zumindest nach heutigen Erkenntnissen - nicht. Aus den Projekten lässt sich aber zumindest ein Trend ablesen: »Für die Übertragung der Verbrauchsdaten am Metering-Point setzen unsere Kunden z.B. auf Wireless MBUS oder ZigBee, wobei ZigBee aufgrund der besseren Signalstärke bei kurzen Entfernungen die Nase vorne hat.« Bei der Kommunikation zwischen dem intelligenten Stromzähler und den Marktpartnern sieht es nach Kleinitz´ Erfahrung danach aus, als ob sich ODFM-basierte PLC-Systeme durchsetzen würden, bedingt durch den starken Rückenwind von Seiten der EU und Lobbygruppen. Eine alternative Möglichkeit zur Datenübertragung zeigt die Breitbandinitiative Bayern auf. Dabei werden in die Blitzableiterkabel von Strommasten faseroptische Datenübertragungskabel integriert, die dafür sorgen, dass die Daten über ein Breitband Protokoll (SDH/STM64 oder Ethernet) an den Empfänger weitergeleitet werden. »Ursprünglich dient die Initiative dazu, um entlegene Gegenden mit einem Breitbandanschluss zu versorgen, die bestehende Infrastruktur ließe sich aber auch für die Übertragung der Messdaten nutzen«, erklärt der Manager. (zü) n