Neue Funkrichtlinie für Europa Wer frühzeitig aktiv war, hat jetzt keine Probleme!

Kevin Price, Future: »Als Distributor haben wir unsere Rolle als unabhängige Instanz und Ratgeber ernst genommen und rechtzeitig informiert.«

Mit der EN 300 328 V1.8.1 traten zum 1. Januar neue Vorschriften für Funkprodukte in Kraft, die auch für Distributoren und deren Kunden neue Anforderungen mit sich bringen. Dazu ein Gespräch mit Kevin Price, European Business Unit Manager Future Connectivity Solutions (FCS).

Markt&Technik: Inwieweit trifft diese neue Regelung auf die von Future vertriebenen Produkte zu?
Kevin Price: Von der neuen Regelung sind alle Produkte betroffen, die Daten mit 2,4 GHz übertragen, und zwar unabhängig davon, ob das per Bluetooth, Wifi oder Zigbee geschieht. Der Future-Electronics-Geschäftsbereich „Future Connectivity Solutions“ vertreibt eine große Bandbreite an Produkten und Modulen in diesem Umfeld, weil diese Lösungen in mannigfachen Anwendungen zum Tragen kommen: in der Industrie und im Consumer-Electronics-Bereich, vom Smartphone bis hin zum Home Gateway. Etwa die Hälfte des Portfolios von FCS umfasst Produkte in dieser Range.

Haben Sie den Eindruck, dass die Hersteller gut auf die Änderung vorbereitet sind?  
Das Inkrafttreten der Norm EN 300 328 V1.8.1 mit dem Stichtag zum 1. Januar 2015 warf seine Schatten lange voraus, wodurch wir die Neuerungen an Kunden und Partner rechtzeitig weitergeben konnten. ETSI Hat bereits ein Jahr zuvor über die anstehenden Änderungen informiert, so dass wir darauf aufbauend mit unseren Partnern ins Gespräch kamen. Als Distributor verstehen wir es als unsere Aufgabe, sowohl Kunden als auch Hersteller in die Kommunikation einzubeziehen. Die meisten Kunden und einige wenige Lieferanten waren zu Beginn unserer Kommunikationsoffensive Anfang 2014 noch nicht ausreichend über die anstehenden Änderungen informiert. Insofern schätzten sie die frühzeitige Information von Seiten Future Electronics, weil ausreichend Zeit für ein Re-Design der Produkte blieb. Dabei stießen wir auf drei verschiedene Szenarien:

Erstens: Produkte, die in 2014 von Lieferanten re-qualifiziert und adaptiert wurden, um die neuen Standards zu erfüllen. Diese Produkte standen Kunden ohne die Notwendigkeit des Re-Designs zur Verfügung.

Zweitens: Produkte, die von Herstellern nicht an die Norm angepasst werden konnten und deshalb nur noch außerhalb der EU vertrieben werden können.

Drittens: Neue Produkte, die von den Herstellern 2014 eingeführt wurden und die die neuen Spezifikationen bereits von Beginn an berücksichtigt haben.

Die frühzeitige Kommunikation zu europäischen Kunden war uns wichtig, weil wir als Distributor auf langfristige Sicherheitslager an Bauteilen für unsere Kunden setzen. Weil wir oftmals sechs oder sogar neun Monate im Voraus kundenspezifische Lagerhaltung aufbauen, legen wir großen Wert auf eine rechtzeitige Umsetzung der neuen Regulierungen, denn wenn Kunden zum 1. Januar konforme Produkte verkauft haben, dann hat ihr Bestellprozess oftmals ein halbes Jahr zuvor begonnen.

Was passiert mit dem „alten“ Lagerbestand?
Ein Großteil der Hersteller hat frühzeitig mit der Umstellung reagiert, bzw. ihre Produkte entsprachen bereits zuvor der Norm. Durch unseren globalen Geschäftsbetrieb haben wir aber weiterhin die Möglichkeit, Kunden außerhalb von Europa mit den herkömmlichen Produkten zu beliefern, so dass sich das Problem von veraltetem Lagerbestand für uns nicht stellt.