Distributor unterstützt beim Design Wearables nach Maß

Konstruktionsprinzip Zweckmäßigkeit

»Bei der Konstruktion neuer Geräte stehen Hersteller vor der Herausforderung, eine möglichst gute Balance zwischen Größe, Ausdauer und Leistungsfähigkeit zu finden. Leistungsstarke Geräte etwa, die binnen weniger Stunden den Akku leeren, sind in vielen Fällen schlicht unzweckmäßig«, erläutert der Experte. Smartwatches liefern hierfür ein gutes Beispiel: Sie weisen zwar alle wesentlichen Funktionalitäten auf, die notwendig sind, um grundlegende Gesundheitswerte wie Puls oder Aktivität zu überwachen. Zugleich verbrauchen sie jedoch wesentlich mehr Energie als klassische Fitness-Tracker und müssen regelmäßiger an die Ladestation. Für den Einsatz im Gesundheitsbereich sind Smartwatches deshalb oft überdimensioniert.

Darüber hinaus stellt sich hier die Frage nach dem Datenschutz, denn die gesammelten Daten sind nicht nur für medizinische Zwecke interessant, sondern auch für Unternehmen. Mögliche Nutznießer sind etwa Versicherer, die sich ein genaues Bild vom Gesundheitszustand eines möglichen Versicherungsnehmers machen können.

»Besonders kritisch wird es, wenn es um Spracherkennungs-Technologien wie Apple Siri, Google, Microsoft Corona oder Amazon Alexa geht, die zur festen Funktionalität vieler Smartwatches gehören. Weil die Rechenleistung mobiler Geräte nicht ausreicht, sitzen all diese Dienste in der Cloud. Sämtliche Spracheingaben werden dorthin übertragen und ausgewertet. Gerade im medizinischen Bereich ist das problematisch – sowohl unter rechtlichen wie auch ethischen Aspekten«, gibt Schreiner zu bedenken. 

Das Ziel für Hersteller ist es deshalb, möglichst komfortable Geräte zu entwickeln, die bei hoher Laufzeit eine adäquate Leistungsfähigkeit aufweisen. So lässt sich auch die Notwendigkeit, auf Cloud-Systeme zurückzugreifen, Schritt für Schritt minimieren. »Es gibt in diesem Bereich schon diverse Ansätze«, sagt Schreiner. »Viele Hersteller setzen eher auf Low-Performance und Low-Power, Ambiq Micro aber versucht mit seinem „Apollo 2 MCU“ Performance und Low-Power miteinander zu vereinbaren. So nutzt Ambiq Micro in seiner Apollo-2-Serie einen „ARM Cortex M4 Core“ mit 10 µA/MHz statt einen „ARM Cortex M0“, der von ARM eher für Low-Power-Applikationen gedacht war. Dadurch ist „Apollo 2“ zum Beispiel in der Lage, erstmals Low-Power-Spracherkennung zu realisieren – und das ohne Cloud-Anbindung. Natürlich handelt es sich „nur“ um eine einfache Worterkennung ohne die beeindruckende Maschinenintelligenz, die etwa bei Siri dahintersteht. Aber es ist ein Anfang, der die Nutzung von Spracherkennung in medizinischen Wearables ohne datenschutzrechtliche Bedenken möglich macht.«

Bauteile und Expertise

Als „Value Added Distribution“-Partner unterstützt Fujitsu Electronics Europe (FEEU) die Hersteller energieeffizienter Produkte – das können medizinische Wearables, aber auch Produkte aus vielen anderen Bereichen sein – nicht nur durch die Bereitstellung entsprechender Bauteile, etwa energiesparender Mikrocontroller: »Die MCU selbst ist nur ein Teil einer Applikation – und wie eingangs betont, geht es bei der Entwicklung von energieeffizienten Lösungen vor allem um Integration und Miniaturisierung. Mit unserem globalen Netzwerk von Herstellern bieten wir die Möglichkeit, eigene kleine Packages zu erstellen, in die neben MCUs zum Beispiel auch Energy Harvester, FRAM-Speicher, RF oder auch Quarz und andere passive Komponenten integriert werden können«, führt Schreiner aus. Steht ein benötigtes Bauteil nicht unmittelbar zur Verfügung, hilft FEEU auch bei der Suche. Gerade wenn der Zugang zu den richtigen Komponenten fehlt oder es an technischer Expertise mangelt, endet die Produktentwicklung oft in einer Sackgasse. Der richtige Partner kann dabei helfen, die Hürden bei der Entwicklung medizinischer Wearables zu nehmen und innovative Projekte schneller zu verwirklichen.