Future Electronics Warum Entwicklungshilfen vom Distributor?

Colin Weaving, Future: »Die Kunden haben es nicht immer leicht, das passende Board zu finden. Die Vielzahl an Anbietern und Konzepten ist kaum überschaubar. Hier bietet sich die Zusammenarbeit mit den technisch orientierten und gleichzeitig breit aufgestellten Distributoren an, denn der FAE des Distributors kennt sowohl die Entwicklungshilfen der durch ihn vertretenen Hersteller als auch die Boards aus eigener Entwicklung.«
Colin Weaving, Future Electronics

Die Kunden haben es nicht immer leicht, das passende Entwicklungsboard zu finden. Die Vielzahl an Anbietern und Konzepten ist kaum überschaubar. Hier bietet sich die Zusammenarbeit mit den technisch orientierten und gleichzeitig breit aufgestellten Distributoren an, »denn der FAE des Distributors kennt sowohl die Entwicklungshilfen der durch ihn vertretenen Hersteller als auch die Boards aus eigener Entwicklung«, erklärt Colin Weaving, Technology Director von Future Electronics EMEA.

Welche Strategie verfolgen Sie bei der Entwicklungsunterstützung Ihrer Kunden?  

Wir verfolgen eine zweigleisige Strategie in punkto Entwicklungsunterstützung: Mit unserem Blox-Board-Ansatz verfolgen wir das Ziel, eine Hardware-Entwicklungsumgebung für unterschiedlichste Märkte anzubieten. Auf dem LCP2748 kommt beispielsweise ein leistungsstarker ARM-7-Prozessor zum Einsatz und Funktionalitäten für QVGA-Displays, Ethernet, USB etc. Damit bilden wir die Kernanforderungen für breitgefächerte Design-Aufgaben ab - von einem Zugangskontrollsystem über eine tragbare ECG-Einheit bis hin zu industrieller Steuerung. Wir integrieren ein Betriebssystem mit Treibern für die Hardware. Der Kunde kann das Board durch Applikations-Code an seine spezifischen Anforderungen adaptieren. Weil wir im Gegensatz zu den Evaluations-Boards eines Herstellers nicht die Funktionsfähigkeit eines einzigen Produkts demonstrieren wollen, kommen wir mit diesem Ansatz sehr viel näher an eine realistische Umgebung in Bezug auf die BOM-Kosten. Das Future-Electronics-System der austauschbaren Blox-Boards ermöglicht es, über die Tochter-Boards die Anforderungen in Kernsegmenten zu adressieren.

Zusätzlich entwickeln wir Referenzdesign-Boards für spezifische Marktsegmente, wie das Microinverter-Board für die Solarindustrie. Damit verfolgen wir nicht die Absicht, ein fertiges Produkt abzubilden und in Konkurrenz zu unseren Kunden zu treten. Wir wollen unseren Kunden vielmehr optimale Hilfestellung bieten. Durch Einblick in die Roadmap unserer Hersteller können wir neueste Technologie schon vor der allgemeinen Verfügbarkeit verwenden und damit die Marktreife innovativer Ansätze beschleunigen. Grundsätzlich entwickeln wir unsere Boards gemeinsam mit den Herstellern. Wir bringen unsere technische Expertise in die Entwicklung ein, und die Hersteller unterstützen uns. Derzeit decken wir die Märkte im Bereich Motorsteuerung (BLDC, HVAC bis 1 kW), Solarinverter (300W +) und Audio Streaming an. Das Portfolio wird fortlaufend erweitert.

Wie wählt man das passende Referenz-Design/Board für seine Anwendung aus?

Die Kunden haben es nicht immer leicht, das passende Board zu finden. Die Vielzahl an Anbietern und Konzepten ist kaum überschaubar. Hier bietet sich die Zusammenarbeit mit den technisch orientierten und gleichzeitig breit aufgestellten Distributoren an, denn der FAE des Distributors kennt sowohl die Entwicklungshilfen der durch ihn vertretenen Hersteller als auch die Boards aus eigener Entwicklung. Er ist dadurch in der Lage, aus einem großen Angebot genau das richtige Board für seinen Kunden rauszusuchen. Im Idealfall fließt aus dieser Zusammenarbeit sogar Feedback ein in weitere Entwicklungen eigener Boards.

Woher bekommt der Entwickler Hilfe für die Software-Ebene?

Future Electronics gestaltet seine Referenz-Boards so vollständig wie möglich - auch im Hinblick auf die Software. Entweder wird ein Betriebssystem mitgeliefert oder ein Support-Paket, das die Treiber für die Peripherie abdeckt. Zusätzlich liefern wir funktionsfähige Anwendungsbeispiele und setzen auf Qualität in der Dokumentation. Damit endet die Unterstützung noch nicht. In einem nächsten Schritt stehen dem Kunden unsere Field-Application-Ingenieure zur Verfügung, die konkrete Kundenprojekte begleiten. Sie liefern auch Unterstützung, wenn es um Debugging und Support-Anfragen der Kunden geht. Darüber hinaus bieten wir in Deutschland umfassenden Support über unseren Kooperationspartner DENX. Durch die Partnerschaft erhalten Kunden Unterstützung bei der schnellen Umsetzung von High-End-Anwendungen auf Basis von ARM- und Power-PC-Architekturen. DENX bringt seine Expertise für Linux-basierende Software und Embedded-Hardware bei Bedarf in Kundenprojekte ein. Die Unterstützung reicht dabei von der Technologie-Beratung zur Auswahl der richtigen Komponenten für eine spezifische Applikation bis hin zur serienfertigen Abwicklung von Entwicklungsprojekten.

Wie unterstützen Referenz-Boards/Designs beim Re-Design?

Ein Re-Design geht immer mit einem gewissen Risiko einher. Auf der einen Seite steht das Potenzial, Kosten zu reduzieren, indem die Anzahl der Komponenten reduziert wird. Gerade die steigende Zahl der Rückrufaktionen im Automobilbereich zeigt aber, dass ein solcher Prozess nicht ohne Risiko ist und natürlich auch mit Kosten verbunden ist. Ein Referenz-Design hilft dabei, das Risiko mehr oder weniger auszuschließen. Es bietet eine bewährte Lösung, mit der man das Re-Design vergleichen kann. Im Entwicklungsprozess lassen sich damit natürlich auch R&D-Kosten einsparen. Weil ein Re-Design oft mit einem evolutionären Ansatz einhergeht, muss man Aspekte wie die Langlebigkeit der Komponenten, Kosten und Leistung in Einklang bringen. Durch den Einsatz eines Referenz-Designs erhalten Kunden hier mehr Sicherheit.

Wie unterstützet das Future-Blox-Board-Konzept bei der Migration von Architekturen?

Das Future-Electronics-Blox-Board Konzept ist genau für diesen Fall ausgelegt. Es steht ein Standard-Board zur Verfügung, das durch den Einsatz leicht austauschbarer Tochter-Boards die Möglichkeit der Evaluation und des Vergleichs verschiedener Architekturen bietet. Wo es möglich ist, reduzieren wir den Arbeitsaufwand des Vergleichs durch mitgelieferte Software, die beispielsweise den Benchmark verschiedener Prozessoren erlaubt. Das Blox-Board-Programm bietet heute auch die Möglichkeit, 32-Bit-Technologien zu testen.