Neue Normalität der Komponentenindustrie Warum die Abhängigkeit von China bleiben wird

Obwohl die Komponentenindustrie nach den Pandemie-Einschränkungen wieder produziert, wird die Lieferkette die Auswirkungen auch über 2020 noch spüren. Der unabhängige Distributor Fusion plädiert daher dafür, sich auch auf dem freien Markt umzusehen.

Wie Unternehmen sich aufgrund der Corona-Pandemie kurzfristig umstellen und langfristig planen, wird bei der Definition der „neuen Normalität“ für die Komponentenindustrie eine Rolle spielen: Die Pandemie hat die Welt schnell zum Stillstand gebracht und ebenso schnell die Kaufstimmung verändert. Zum Beispiel berichtete McKinsey & Company, dass die Nachfrage im Cloud- und Server-Computing-Sektor sprunghaft anstieg, da die Menschen fast über Nacht von zu Hause aus zu arbeiten begannen. Im Gegensatz dazu brach die Nachfrage nach Luxusgütern ein.

»Die Automobil- und die Mobiltelefonindustrie haben einen Schlag erlitten, da die Welt stillsteht«, erklärt Luke LeSaffre, Director of Sales, Americas, bei Fusion Worldwide. »Die Kaufgewohnheiten der Menschen konzentrieren sich jetzt auf wesentliche Güter und Dienstleistungen, weil es so viel finanzielle und beschäftigungspolitische Unsicherheit gibt.« Während viele Fabriken ihre Produktionen inzwischen wieder eröffnet haben, verlagern einige Unternehmen ihre Produktion, um den neuen Verbraucherbedürfnissen gerecht zu werden und gleichzeitig die fast unvermeidlichen finanziellen Verluste des Jahres 2020 abzumildern. In anderen Fällen kündigen Unternehmen möglicherweise Komponenten schneller ab, um die sinkende Nachfrage durch profitablere Komponenten auszugleichen.

Wenn man über das Jahr 2020 hinausblickt, gibt es einige Bereiche, in denen sich erhebliche Veränderungen ergeben könnten. Und wenn Unternehmen evaluieren, wie sie künftig besser auf Katastrophen vorbereitet sein können, müssen Effizienzsteigerung und Flexibilität thematisiert werden.

Die neue Normalität in den Produktionen kann dazu führen, dass auch betriebliche Veränderungen, die nötig waren, um den Betrieb während der Pandemie aufrecht zu erhalten, dauerhaft umgesetzt werden. So etwa kann Homeoffice nicht nur dabei helfen, sozialen Distanzierungsauflagen gerecht zu werden, sondern könnte auch in Zukunft weitergeführt werden, wenn Firmen einen Nutzen darin sehen, diese Änderungen langfristig beizubehalten.

So auch der Einsatz von Robotik und Fernüberwachung: Diese Technologien haben es den Unternehmen ermöglicht, mehr Kontrolle über ihre Betriebsabläufe und Prozesse zu erlangen. Laut Omdia haben die Unternehmen durch den Einsatz von Automatisierung in verschiedenen Schritten der Herstellungsprozesse die Möglichkeit, ihre Produktions- und Lieferpläne sofort anzupassen.
Fusion empfiehlt auch, darüber nachzudenken, die eigene Lieferkette zu diversifizieren, um künftige Risiken zu mindern. Denn Hersteller sind oft von einer einzigen Region abhängig, um Komponenten oder ein einzelnes Produkt zu produzieren. Das hat einige von ihnen stark beeinträchtigt. Diese Praxis hat zu zahlreichen Lücken in der Lieferkette geführt, die möglicherweise weitreichende Auswirkungen haben.