Der FBDi informiert Verschärfte Auflagen für Luftfrachtsendungen

Ab dem 25. März 2013 werden sich die Richtlinien für den Luftfrachtverkehr verschärfen: Unternehmen, die ab diesem Datum ihre Waren, Ersatzteile oder andere Frachten auf dem Luftweg aus Europa hinaus versenden möchten, und nicht als 'Bekannter Versender' zugelassen sind, müssen mit höheren Kosten und Lieferverzögerungen rechnen.

Dadurch strebt das LBA (Luftfahrtsbundesamt) mehr Sicherheit bei Luftfrachtsendungen durch die genauere Kontrolle von Luftfrachtsendungen und deren Schutz vor Zugriffen durch Dritte an.

In Deutschland alleine sind über 60.000 Unternehmen betroffen, darunter auch die Distributoren, wie der Fachverband der Bauelemente Distribution erklärt. Der 'Bekannte Versender' ist Bestandteil der Sicherheitsinitiative der EG (VO(EG) Nr.300/2008) im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Es handelt sich um Unternehmen (Hersteller, Händler), die regelmäßig Güter per Luftfracht verschicken und als zuverlässig und vertrauenswürdig eingestuft wurden.  

Wichtig ist laut FBDi, dass ab dem 25. März 2013 der bisherige Status 'Bekannter Versender' seine Gültigkeit verliert, also alle Sendungen automatisch 'unsicher' sind und diversen Sicherheitskontrollen unterliegen. Damit die Geschäfte reibungslos weiterlaufen, empfiehlt der FBDi die schnellstmögliche neue Zertifizierung durch das LBA. Schnellstmöglich, weil die Zertifizierung nur durch die LBA erfolgt, und damit Terminengpässe vorprogrammiert sind, je näher der März rückt. Die Antragsformulare stehen auf der Homepage des LBAs zum Download unter www.lba.de zur Verfügung. Versäumt ein Versender (bewusst oder unbewusst) das Enddatum der Übergangsfrist, so wird seine Ware als unsicher behandelt und es kommt eine kosten- und zeitintensive Sicherheitskontrolle durch einen entsprechenden Dienstleister auf ihn zu. Die Validierung zum 'Bekannten Versender' hat eine Gültigkeit von 5 Jahren, danach wird das Sicherheitsprogramm und dessen Umsetzung erneut überprüft.    
   
Die Kosten für die Zulassung belaufen sich auf 15.000 Euro. Wird man kein 'Bekannter Versender', muss die Sendung geröntgt werden. Hier verweist der FBDi u.a. auf geeignete Transportverpackungen und Ausstattung der Abflughäfen. Um Kosten einzusparen, sollte auf alle Fälle die Größe der Röntgengeräte in Betracht gezogen werden, damit die Frachtpakete tatsächlich durchlaufen können.    
Ist dies nicht möglich oder ist man kein 'Bekannter Versender', muss die Ware aus Sicherheitsgründen 48 - 72 Stunden 'geparkt' werden.    
   
Wie läuft die Zertifizierung zum 'Bekannten Versender'ab?    
- Antragstellung beim LBA auf die Zulassung zum 'Bekannten Versender'.   
- Unterzeichnung der Verschwiegenheitserklärung des LBA als Voraussetzung für den Erhalt der Leitlinien.   
-     Bestimmung eines zukünftigen Luftsicherheitsbeauftragten, der sich über die zuständige Behöre einer Zuverlässigkeitsüberprüfung unterzieht.   
- Nach Bestätigung der Zuverlässigkeit Teilnahme an einer 35-Stunden-Schulung.   
- Erstellung eines Sicherheitsprogramms (sh. Muster auf der LBA-Webseite), Umsetzung der darin fixierten Maßnahmen im Unternehmen   
-     Definition des 'sicheren' Bereichs auf dem Firmengelände - ggfls. Durchführung von baulichen und organisatorischen Maßnahmen - und der Mitarbeiter, die mit Luftfracht in Berührung kommen. Schulung dieser Mitarbeiter.    
-     Einreichung des Sicherheitsprogramms für den 'Bekannten Versender', anschließende Auditierung vor Ort durch das LBA.   
   
Der Luftsicherheitsbeauftragte bei einem 'Bekannten Versender' zeichnet dafür verantwortlich, dass die Anforderungen aus den gesetzlichen Regelungen im Sicherheitsprogramm eingepflegt und die daraus entstehenden Maßnahmen im Unternehmen umgesetzt werden. Er ist erster Ansprechpartner für das LBA. Dennoch bleibt die letztendliche Verantwortung bei der Geschäftsführung des jeweiligen Unternehmens.