Reichelt, Distrelec, Nedis Verkauft Dätwyler seine Distributionssparte?

Die Dätwyler Distributionsunternehmen verschicken täglich über 10‘000 Pakete in ganz Europa.

Der Verwaltungsrat von Dätwyler prüft strategische Optionen einschliesslich eines möglichen Verkaufs für seine Konzernsparte Technical Components.

Dies meldet Dätwyler in seiner Halbjahresbilanz. Die Dätwyler Gruppe war im ersten Halbjahr 2019 mit einer nachlassenden Konjunkturdynamik und entsprechend schwierigen Märkten konfrontiert. Der Handelsstreit zwischen den USA und China führte insbesondere in der Automobilindustrie zu einem Abbau von Lagerbeständen und einer rückläufigen Nachfrage, welche je nach Weltregion unterschiedlich ausgeprägt war. Dank der guten strategischen Positionierung im Konzernbereich Sealing Solutions sowie den gestärkten Marktaktivitäten hat die Dätwyler Gruppe den Nettoumsatz im Vergleich zur starken Vorjahresperiode um 1.8% auf CHF 706.3 Mio. gesteigert (Vorjahr CHF 694.1 Mio.). Die Integration der 2018 akquirierten Parco und Bins im Konzernbereich Sealing Solutions verlaufe nach nach Plan und habe bereits Mehrwert geschaffen. Bereinigt um die positiven Akquisitionseffekte und die negativen Währungseffekte durch den wieder erstarkten Schweizer Franken ging der organische Gruppenumsatz um 1.6% leicht zurück.

„Das gute Ergebnis zeigt, dass wir auch in einem schwierigen Umfeld stark positioniert sind. Mit unseren Wachstumsprojekten legen wir die Basis zur weiteren Stärkung unserer Marktpositionen“, sagt CEO Dirk Lambrecht.
 

Konzernbereich Technical Components will sich auf B2B konzentrieren

Im Konzernbereich Technical Components haben sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen in den bearbeiteten europäischen Märkten im Verlauf des ersten Halbjahres kontinuierlich verschlechtert, wie die stark sinkenden Einkaufsmanagerindizes belegen. Insgesamt erwirtschafteten die Dätwyler Distributionsunternehmen in diesem schwierigem Umfeld einen Umsatz von CHF 227.0 Mio. (Vorjahr CHF 240.9 Mio.). Bereinigt um die negativen Währungseffekte ergab sich ein organischer Rückgang von 2.4%. Während die Dätwyler Distributionsunternehmen nach wie vor bewusst Business-to-Consumer-Umsätze mit tiefen Margen aufgeben, wächst der Umsatz mit den attraktiveren Business-to-Business-Kunden. Die Gewinnung von neuen Kunden, die Zunahme der aktiven Kundenbasis und das Wachstum der Eigenmarke RND werden sich weiterhin positiv auswirken. Trotz Anlaufkosten für die internationale Expansion von Reichelt stieg das Betriebsergebnis (EBIT) dank konsequenter Kostendisziplin auf CHF 7.5 Mio. (Vorjahr 6.9 Mio.). Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 3.3% (Vorjahr 2.9%).

Distrelec vermochte mit der schnellsten Websuche der Branche und einer verbesserten Servicequalität die Kundenzufriedenheit gemäss Net Promoter Score weiter zu steigern, auch wenn sich dies noch nicht ausreichend in verbesserten Umsätzen und Margen niedergeschlagen hat. Reichelt hat die erfolgreiche internationale Expansion weiter vorangetrieben. Neu wird auch der italienische Markt mit einem lokalen Webshop und Kundensupport in italienischer Sprache bearbeitet. Nedis arbeitet intensiv an der Umsetzung der neuen Ein-Marken-Strategie. Das Feedback der Retail- und der Endkunden ist weiterhin positiv.

Die in den vergangenen Jahren umgesetzten Massnahmen haben die operative Leistungsfähigkeit und die Wettbewerbsfähigkeit des Konzernbereichs Technical Components verbessert. Obwohl weiteres Entwicklungspotenzial besteht, hat sich der Verwaltungsrat entschieden, die strategischen Optionen einschliesslich eines möglichen Verkaufs für den Konzernbereich zu prüfen. Die Evaluation befindet sich in einem frühen Stadium, und man werde zu gegebener Zeit mehr dazu kommunizieren, verlautbart Dätwyler.