Exklusiv-Interview mit Fortec Elektronik »Unsere Zukunft liegt ganz klar in Subsystemen«

Sandra Maile, Fortec Elektronik: »Unsere Hauptaufgabe als neues Führungsteam der Fortec Elektronik Gruppe besteht in der erfolgreichen Transformation eines traditionellen Handelshauses zu einem Anbieter komplexer kundenspezifischer Subsystemlösungen.«
Sandra Maile, Fortec Elektronik: »Unsere Hauptaufgabe als neues Führungsteam der Fortec Elektronik Gruppe besteht in der erfolgreichen Transformation eines traditionellen Handelshauses zu einem Anbieter komplexer kundenspezifischer Subsystemlösungen.«

Zusammen mit ihren beiden Vorstandskollegen, treibt Sandra Maile, Vorstandssprecherin der Fortec Elektronik Gruppe, die Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe zu einem Anbieter von Systemlösungen voran.

Markt&Technik: Frau Maile, seit Sie zusammen mit ihren Kollegen Bernhard Staller und Jörg Traum das neue Führungsteam der Fortec Gruppe bilden, hat der Aktienwert der Unternehmensgruppe um mehr als 20 Prozent zugelegt. Offensichtlich verbinden Ihre Aktionäre mit dem neuen Team große Hoffnungen.

Sandra Maile: Als wir im Juli letzten Jahres die Verantwortung für die Unternehmensgruppe von ihrem Gründer und langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dieter Fischer übernommen haben, war mit diesem Führungswechsel auch ein klarer Generationswechsel verbunden. Es ist jedoch nicht nur eine neue Generation in die Verantwortung gekommen, sondern wir sind alle drei, aufgrund unserer operativen Tätigkeiten, Herr Staller als Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Distec und Apollo, Herr Traum als Vorstand des Bereichs Power Supplies, und ich als Geschäftsführerin der Tochtergesellschaften Autronic und Alltronic, wesentlich näher am Markt dran und erkennen neue Trends schneller und setzen diese in Produkte und notwendige Maßnahmen konsequenter um. Wir drei haben eine klare Vorstellung davon entwickelt, wie sich die Unternehmensgruppe weiter entwickeln soll, und das haben die Aktionäre glaube ich honoriert.

Sie kennen Herrn Fischer seit über zehn Jahren. Er hat das Unternehmen nachhaltig geprägt, bevor er mit 65 in den Ruhestand trat. Welches sind aus Ihrer Sicht seine größten Verdienste um die Entwicklung der Unternehmensgruppe?

Herr Fischer hat von Beginn an, als er 1984 die Fortec Elektronik gründete, eine sehr enge Beziehung zu seinen Lieferanten gepflegt, die in einigen Fällen, etwa bei Cincon oder bei Mean Well durchaus den Charakter einer persönlichen Freundschaft zu den jeweiligen Unternehmensgründern und –eigentümern hatte. Es war sicher auch ein sehr mutiger Schritt von ihm, 1990 mit der Fortec Elektronik an die Börse zu gehen! Der Kapitalmarkt hat das Eigenkapital zur Verfügung gestellt, das notwendig war, um die Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe voranzutreiben. Er hat die einmalige Chance erkannt und genutzt, als im Data Display angeboten wurde. Herr Fischer hat über die gesamte Zeit, in der er das Unternehmen geleitet hat, positive Zahlen geschrieben, und solide Bilanzen vorgelegt. Am besten lässt sich sein Geschick wohl damit illustrieren, dass die Fortec-Gruppe auch zu Zeiten der Finanz- und Börsenkrise 2008/09 in jedem Jahr schwarze Zahlen schrieb.

Sie sprachen gerade die letzten Akquisition, Data Display an. Ist die Integration dieses Unternehmens inzwischen vollständig abgeschlossen?

Ja, die Integration ist abgeschlossen, und sie hat zu einer weiteren Verschlankung der Unternehmensgruppe im Hinblick auf die Zusammenfassung der Verantwortung in einzelnen Teilbereichen geführt. So verantwortet Herr Staller den Gesamtbereich Display Technologies im Segment Datenvisualisierung hinzugekommen. Autronic und Emtron komplettieren neben Fortec das Segment Power Supplies. Zudem haben wir den Verwaltungsstandort Aschheim geschlossen und der dort bisher ansässige Finance und Controlling Bereich ist nach Germering umgezogen.