TTI: Autostore-System TTI investiert in Supply-Chain 4.0

Das neue Distributionszentrum von TTI aus der Vogelperspektive

TTI gestaltet die Zukunft seines europäischen Headquarters in Maisach-Gernlinden durch den Neubau eines Bürogebäudes und eine signifikante Erweiterung des bestehenden Distributionszentrums.

Mit dem Neubau stehen TTI insgesamt künftig über 30.000 qm Lagerfläche und 8000 qm Büroflächen zur Verfügung. Die Herausforderung des Projektes lag nach Auskunft von Thomas Rolle, Vice President European Operations von TTI, allerdings nicht nur in der Erweiterung der Fläche, sondern des genutzten Lagervolumens. Hier konnte der Distributor mit der Planung eines neuen Konzeptes und der Integration der bereits bestehenden Anlage eine Erweiterung des nutzbaren Raumvolumens um den Faktor 3 erzielen. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, legte TTI den Neubau so aus, dass zunächst nur ca. 60 Prozent der zusätzlich geschaffenen Flächen genutzt werden und die restlichen Flächen für eine spätere Erweiterung vorbereitet sind.
Allein rund 23 Mio. Euro investiert TTI in modernste Lagertechnik und die Umsetzung einer ganzheitlichen Supply-Chain 4.0. Bereits heute kommuniziert der Distributor mit nahezu allen Lieferanten über unterschiedliche EDI-Standards und mehr als 700 Kunden sind ebenfalls über ausgeklügelte Logistiklösungen mit TTI vernetzt.

»Nun wird die Supply-Chain auch in der Intralogistik durch intelligente Kombination von effizienten, automatischen Bereichen und höchst flexiblen manuellen Bestandteilen weiter optimiert«, erklärt Rolle. Hierzu erweitert TTI die bestehende Palettenregalanlage mit Schmalgangstaplern und einer Höhe von 15 m. Diese Lösung bietet in der ersten Ausbaustufe 21.000 Palettenstellplätze und in einer möglichen Erweiterung 32.000 Stellplätze.

Neben der konventionellen Regaltechnik wird die Erweiterung laut Thomas Rolle auch eine Autostore-Anlage mit ca. 110.000 Behältern beinhalten, die sich ebenfalls in einer weiteren Ausbaustufe verdoppelt lässt: »Das Autostore-System besteht in der ersten Stufe aus 50 Robotern, die durch leise Elektromotoren angetrieben werden und die Ware vollautomatsich an den 24 Kommissionierplätzen bereitstellen«, beschreibt Rolle. »Die Kommissionierung erfolgt wie bereits heute beleglos und wird an den neuen Kommissionierplätzen über ein Put-to-Light-System unterstützt, um eine hohe Kommissionierqualität sicherzustellen.«

Die Konsolidierung der Aufträge im Rahmen der 2-stufigen Kommissionierung erfolgt künftig vollautomatisch durch ein Shuttle-System mit insgesamt 8000 Behälterstellplätzen, die sich in Zukunft auf 12.000 erweitern lassen. Das Shuttle-System bietet nach den Worten von Thomas Rolle gegenüber den klassischen Lösungen eine höhere Leistung und eine optimale Raumnutzung bei geringerem Wartungs- und Instandhaltungsaufwand: »Durch das Konzept des One-Level-Shuttle ist somit eine maximale Systemverfügbarkeit bei höchster Effizienz in der Bearbeitung sichergestellt. Das System erkennt hierbei bereits das Volumen der Ausgangssendung und schleust die Ware an den betreffenden Bereichen aus.« Zur Optimierung der Versandabwicklung erfolgt eine Unterteilung in einen Bereich für Paketsendungen und einen Bereich für Palettensendungen, sowie Sonderabwicklungen.

Zur Steigerung der Effizienz und einer besseren Ausnutzung der Transportfahrzeuge findet im Bereich des Versandes eine automatische Volumenoptimierung und Paketauszeichnung statt. »Dies spart zusätzlich Frachtkosten und schont die Umwelt«, freut sich Rolle. Der modulare Aufbau der Software inklusive Materialflusssteuerung, eine einheitliche Steuerungstechnik sowie das Visualisierungssystem garantieren darüber hinaus sehr hohe Verfügbarkeit und Transparenz der Gesamtanlage.

Durch die Planung in zwei Ausbaustufen sowie die Kombination aus verschiedenen Lagersystemen und einem Mix aus manuellen Tätigkeiten sowie Automatisierung erwartet sich TTI eine Steigerung der Effizienz und höchste Flexibilität in der Reaktion auf zukünftige Marktentwicklungen. Wichtiger Bestandteil des Projektes ist zudem ein integriertes Risikomanagement aus FMEA-Analysen und Backup-Lösungen, um die jederzeitige Lieferfähigkeit sicherzustellen.